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hcrausnehme, zu untersuchen, welche aber den Kerker des armen Fran-cesco noch immer verschlossen hielten, als nach demTodenndBckennt-nisse seines Anklägers schon längst seine Unschuld erwiese» war."
Der Fürst sann nach, und sodann fiel ihm ein, die Mienenseines Gesellschafters zu Nathe zu ziehen. Der Marmor des Pfei-lers, an den dieser gelehnt stand, war nicht kälter und unbeweg-licher, als das Gesicht des Inquisitors. Der Mann hatte gelernt,vor den erkünstelten Pflichten seines Amtes jede natürliche Regungschwinden zu lassen.
„Und was hat diese Sache des Francesco mit der Hinrichtungdes Bravo zu thun," fragte der Doge nach einer Panse, währendwelcher er sich vergeblich bemühte, die gleichgültige Miene seinesRathes anzunehmcn.
„Das zu beantworten, werde ich hier der Tochter des Gefäng-nißwärters überlassen! — tritt vor, Kind, und erzähle, was duweißt. Gedenke daran, daß du vor dem Dogen von Venedig redend,zugleich vor dem Könige der Himmel stehest."
Gelsomina zitterte. Wie sie erzogen war, konnte sie der Güteihrer Sache ungeachtet nicht leicht eine natürliche Scheu bekämpfen.Aber getreu ihrem Versprechen und ermuthigt durch ihre Liebe zudem Verurtheilten, trat sie einen Schritt vor und versteckte sichnicht länger hinter dem Gewände des Carmcliters.
„Du bist die Tochter des Gefängnißwärters?" fragte der Fürstmit mildem Tone, obgleich Erstaunen sich in seinem Auge malte.
„Hoheit, wir sind arm und unglücklich. Wir dienen dem Staateum Brod."
„Ihr dient einem edlen Herrn, Kind. Weißt du etwas vondiesem Bravo?"
„Hoher Herr, Die ihn so nennen, kennen sein Herz nicht. Eskann Keinen geben in Venedig, der gegen seine Freunde herzlicher,seinem Worte getreuer und den Heiligen ergebener wäre, alsZacopo Frontoni."