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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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451
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rechtigkcit zu bitten. In solcher Angelegenheit gilt cs, kühn sein,um nicht seinem eigenen Charakter und der guten Sache etwaszu vergeben."

Gerechtigkeit ist der Stolz des heiligen Marcus und dasGlück seiner Unterthanen. Dein Vcrsahrcn, Vater, ist nicht derbestehenden Ordnung und den heilsamen Schranken gemäß dochcs findet vielleicht seine Vertheidigung stelle dein Anliegen vor."

In den Gefängnissen sitzt Einer, den die öffentlichen Gerichtezum Tode verurthcilt haben, und der, sobald der Tag wiederkehrt,sterben muß, wenn Euer fürstlicher Machtspruch ihn nicht rettet."

Wenn ihn die Gerichte verurthcilt haben, so wird er seinSchicksal wohl verdienen."

Ich bin der geistliche Rathgcber des unglücklichen jungenMannes, und habe bei der Ausübung meines heiligen Amtes er-mittelt, daß er unschuldig ist."

Sagtest du, verurthcilt von den gewöhnlichen Gerichten,Vater?"

Zum Tode verdammt, Hoheit, durch einen Spruch des Kri-minalgcrichtcs."

Der Fürst schien erleichtert. So lange die Sache öffentlichwar, hatte er wenigstens Hoffnung, seiner natürlichen Menschen-freundlichkeit nachzuhängen und weiter zu hören, ohne der ver-schlungenen Staatspolitik zu nahe zu treten. Er warf einen Blickaus den unbeweglichen Inquisitor, gleichsam forschend, ob dieser eSbillige, und trat dem Karmeliter einen Schritt näher, mit zunehmen-der Theilnahme an dem Gesuche.

Mit welcher Berechtigung, ehrwürdiger Priester, widersetzestdu dich dem richterlichen Ausspruch?" fragte er.

Signor, wie ich eben sagte, in Folge der Kenntniß, welcheich bei Ausübung meines heiligen Amtes gewonnen habe. Er hatsein Innerstes mir enthüllt als ein Mann, dessen Fuß bereits imGrabe steht, und obgleich ein Sünder vor Gott, wie Alle, vomWeibe geboren sind, ist er doch unschuldig vor der weltlichen Obrigkeit."

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