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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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solcher öffentlich und mit den üblichen Ehrenbezeigungen hcreingc-lasse» worden.

Man hat mir einen Bestich ungewöhnlicher Art angckündigt,Signor!" sagte der Doge und stand auf, den Mann zu empfangen,den er aus Vorsicht gegen sich selbst hcrbeschiedcu hatte.Ichwünschte, daß Ihr Zeuge wäret von ihrem Begehren."

Es ist gut, daß Ew. Hoheit uns Senatoren Anthcil anIhren Geschäften vergönnt. Aber wen» der Jrrthnm, daß csdurchaus so nöthig sei, Euch bewegen sollte, die Gegenwart einesNathcs zu verlangen, so oft Jemand den Palast besticht"

Ich weiß, Signor," unterbrach ihn der Fürst mit sanfterStimme und schellte.Ich hoffe, mein Begehren hat Euch nichtunangenehm gestört. Da kommen aber schon, die ich erwarte."

Vater Auselmo und Gclsomina traten mit einander in dasGemach. Der Doge sah auf den ersten Blick, daß sic ihm gänzlichfremd waren. Er und das Mitglied des geheimen Nathcs blickteneinander an, und nahmen gegenseitiges Erstaunen wahr.

Dem Dogen gegenüberstehend, warf der Carmcliter seine Kuttezurück und enthüllte dadurch ganz seine »seelischen Züge, währendGelsomina, aus Scheu vor dem hohen Range des Mannes, wel-cher sie empfing, sich schamhaft zurückzog und hinter dem Gewändedes Mönchs sich halb versteckte.

Was bedeutet dieser Besuch," fragte der Fürst, indem er aufdas ängstliche Mädchen deutete, während er den Mönch fest ansah,und diese ungewöhnliche Begleitung? Weder die Zeit, noch dieArt der Meldung ist herkömmlich."

Vater Auselmo stand zum ersten Mal vor dem Oberhaupt vonVenedig. Gewöhnt aber, wie alle seine Landsleute, und mehr nochseine Altersgenossen, vorsichtig die Möglichkeit des Erfolges zuberechnen, ehe er seinen Gedanken Worte zu geben wagte, hefteteder Mönch erst einen festen Blick auf den Fragenden.

Erlauchter Fürst," sagte er dann,wir kommen, um Ge-