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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Seite
449
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Dicß bietet man mir in meinem eigenen Palaste!"

Verzeihung, Signore! Dieser Priester ist nicht schamlos, wieso Viele, welche die Tonsur in Unehrcn bringen. Der Mönch unddas Mädchen sehen Beide unschuldig aus und arglos, und EureHoheit haben vielleicht vergessen"

Die Nöthe von den Wangen verschwand und sein Auge nahmwieder einen väterlichen Ausdruck an. Aber sein Alter und dieErfahrungen seiner schwierigen Stellung hatten dem Dogen Vor-sicht gelehrt. Er wußte recht gut, daß er nichts vergessen hatte,und ahnte, daß die ungewöhnliche Meldung eine verborgene Be-deutung haben müsse. Es konnte ein Anschlag seiner Feinde sein,denn er hatte deren viele und thätigc, oder cs war vielleicht einanderer verzeihlicher Beweggrund, welcher zu einem so kecken Mit-tel, sich Zutritt zu verschaffen, geführt hatte.

Hat der Karmeliter sonst noch Etwas gesagt, guter Marco?"fragte er nach tiefem Sinnen.

Signor, er sagte, daß die Sache dringend wäre, denn dieStunde sei nahe, wo die Unschuld leiden könnte. Ich zweifle nicht,daß er kommt, für irgend einen jungen Extravagant zu bitten;denn cs sollen mehrere Jünglinge von Adel wegen ihrer Tollheitenbeim Karneval verhaftet worden sein. Das Frauenzimmer mageine verkleidete Schwester sein."

Laß einen von deinen Kameraden hereinkommcn, und du,führe die Gäste mir zu, sobald ich klingle."

Der Diener entfernte sich und ging auf einem anderen Wegein das Vorzimmer, um sich den Wartenden nicht zu früh zu zeigen.Der zweite Kämmerling erschien sogleich vor dem Dogen undwurde von diesem abgeschickt, einen vom Nathe der Dreie hcr-bcizurufcn, welcher in einem nahen Zimmer mit wichtigen Papierenbeschäftigt war. Der Senator leistete dem Rufe sogleich Folge,denn er trat hier als der Freund des Fürsten aus, und war alsDer Bravo. Zg