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eine Puppe der Aristokraten ist, daß dieser ein bejahrter Mann war.Er hatte die Sorgen des Tages bei Seite geworfen, und bemühtesich in seiner Einsamkeit solchen Gefühlen nachzuhängeu, zu welchendie gewöhnlichen Pflichten seiner künstlichen Stellung ihm wenigRaum vergönnten — er las nämlich einen der Klassiker seinesVaterlandes. Seinen Putz hatte er, um sich bequemer und freierbewegen zu können, abgelegt. Der Mönch konnte keinen glücklicherenAugenblick für sein Geschäft gewählt haben, denn der Mann warnicht verschanzt mit den öffentlichen Insignien seines Ranges, undsanft gestimmt durch das Eingehen in einen Schriftsteller, der eswohl verstand, des Lesers Gefühle nach seinem Belieben zu erregenund zu lenken.
Eben war der Doge so vertieft in seinen Gegenstand, daß erden eintrctenden Kämmerling nicht bemerkte, und daß dieser schoneine Minute lang dastand, den Wink des Herrn erwartend, ehe ergesehen wurde.
„Was willst du, Marco?" fragte der Fürst, als er von demBuche aufsah.
„ Signor," entgegnete der Diener in der vertraulichen Weise,welche Denen »erstattet ist, die der Person des Fürsten am nächstenstehen, — „draußen wartet der ehrwürdige Carmeliter und dasjunge Mädchen."
„Was sagst du? — Ein Carmeliter und ein Mädchen?"
„Ja, Signor. Dieselben, welche Ew. Hoheit herbestellt haben."
„Was ist Ließ für ein freches Vorgeben!"
„Signore, ich wiederhole bloß die Worte des Mönches. —Sage Seiner Hoheit — sprach der Pater — daß der Carmeliter,welchen er zu sprechen wünscht, und das junge Mädchen, an dessenWohl sein fürstliches Herz so väterlichen Antheil nimmt, seine Be-fehle erwarten."
Ucbcr die alten Züge des greisen Fürsten zog die Glut des Un-willens röther, als die der Scham, und sein Auge blitzte.