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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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allen Anderen gab. Durch dieß ruhige, stille Verfahren gelangteder Karmeliter mit seiner Gefährtin bis in das Vorzimmer desFürsten, welches Tausende durch weit künstlichere Mittel zu erreichenvergeblich sich bemüht hatten.

Nur zwei oder drei niedere Beamte vom Hause hielten schläfrigWache. Einer stand jedoch schnell auf, als er die unbekannten Gästeso unerwartet hereintreten sah, und drückte durch das Ueberraschtcund Verwirrte seines Blickes sein Erstaunen über den ungeahntenBesuch aus.

Seine Hoheit erwartet uns wohl schon?" fragte Vater An-selmo ganz einfach, und zwang seine bekümmerte Miene zu einemBlicke voll ergebener Höflichkeit.

Santa Maria, heiliger Vater, das müßt Ihr am bestenwissen, aber"

So wollen wir denn die Zeit nicht mit müssigenWorten ver-lieren, mein Sohn, da wir schon zu lange gezögert haben führeuns in das Gemach seiner Hoheit."

Wir dürfen Niemanden ungemeldet vor"

Du siehst, dieß ist kein gewöhnlicher Besuch. Geh', sagedem Dogen, daß der Carmelitermönch, welchen er erwartet, unddas junge Mädchen, an welchem sein fürstliches Herz einen so väter-lichen Antheil nimmt, seine Befehle erwarten."

Also hat seine Hoheit befoh..."

Sage ihm ferner, daß die Noth dringend ist, denn die Stundesteht nahe bevor, in welcher die Unschuld leiden soll."

Der Diener ließ sich durch den Ernst und die Zuverficht desMönches täuschen. Erst besann er sich noch, dann warf er eineThür auf und führte die Gäste in ein inneres Zimmer, wo er fiebat, seine Rückkehr zu erwarten. Demnächst begab er sich in dasKabinet seines Herrn, um seinen Auftrag auszurichten.

Es ward schon angeführt, daß der regierende Herr, wennanders dieser Titel einem Fürsten beigelegt werden kann, der nur