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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Wahrheit in ihrer Seele aufstieg, glänzte ihr Auge mit einemGlanze, der den Anwesenden übernatürlich schien.

Wenn ich dich nicht überzeugt habe, Gelsomina, daß ich nichtsolch'elender Mensch bin, als ich schien," fuhr Jacopo fort,sowollte ich lieber, ich wäre verstummt."

Sie streckte eine Hand nach ihm aus, senkte ihr Haupt aufseine Brust und weinte.

Ich sehe, wie sie dich in Versuchung geführt haben, armerCarlo!" sagte sie sanft,ich weiß, wie groß deine Liebe zu deinemVater war."

Vergibst du mir, thcure Gelsomina, daß ich deine Unschuldhintergangen habe?"

Du hast mich ja nicht hintergangen. Ich habe dich füreinen Sohn gehalten, der für seinen Vater sterben könnte, und ichfinde nun, daß du bist, wofür ich dich hielt."

Der gute Karmeliter betrachtete diese Scene mit theilnehmendennachsichtsvollen Blicken. Thränen netzten seine Wangen.

Eure Liebe, Kinder," sagte er,ist so, daß Engel ihr ver-zeihen müssen. Hat euer Umgang mit einander lange gedauert?"

Jahre lang, Vater!"

Und du, meine Tochter, hast mit Jacopo die Zelle seinesVaters besucht?"

Ich war immer seine Führerin bei dem frommen Gange, Vater!"

Der Mönch verfiel in tiefes Sinnen. Einige Minuten langherrschte Schweigen, dann erfüllte er die Obliegenheiten seinesheiligen Amtes. Er empfing die Beichte des Gefangenen und er-theilte die Absolution mit einem Feuer, welches seine innige Theil-nahme an dem Schicksale des jungen Paares bewies. Hierauf gaber Gclsomina seine Hand und nahm mit milder Zuversicht in seinenMienen von Jacopo Abschied.

Wir verlassen dich," sagte er,aber sei muthig, mein Sohn.Ich kann mir nicht denken, daß selbst Venedig vor einer Geschichte,