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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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anwenden konnten. Morde fielen häufig vor und machten der PolizeiSorge kurz, Vater!" JacoPo verbarg sein Gesicht in Gelso-mina's Gewändern,ich willigte ein, daß man Gerüchte aussprengte,welche die Aufmerksamkeit des Publikums auf mich ziehen mußten.Ich brauche nicht zu sagen, daß Wer zu seiner Schande sich selberherleiht, bald von ihr ereilt werden muß."

Wozu ward aber dieser elende Betrug erfunden?"

Vater, man wendete sich an mich, als an einen öffentlichenBravo, und meine Denunciationen waren dem Rathe in vielerleiBeziehung von Nutzen. Wenigstens ist für den Fehltritt, für dasVerbrechen, darein ich verfallen bin, ein kleiner Trost, daß icheinige Menschenleben retten konnte."

Jetzt verstehe ich, Jacopo. Ich habe gehört, daß Venedigkeinen Anstand nimmt, feurige und wackere Männer auf solche Weisezu gebrauchen. Heiliger Marcus! Kann solch' arger Betrug unterdem Schilde deines gelobten Namens geübt werden!"

O ja, Vater, und noch ärgerer. Ich hatte mich der Re-publik auch noch zu anderen Diensten verpflichtet, in deren Aus-übung ach denn auch Gewandtheit erlangte. Die Bürger wunder-ten sich, daß ein Mensch, wie ich, frei umhergehen durste, währenddie Rachsüchtigen es für einen Beweis von Geschicklichkeit hielten.Wenn das Gerücht einmal zu anstößig wurde, so trugen die DreieSorge, es anders wohin zu lenken, und wenn es ihnen zu schwachdünkte, so wußten sie es anzufachen. Kurz, drei lange bittere Jahrehabe ich dieß Leben eines Verdammten geführt nur durch dieHoffnung aufrecht gehalten, daß ich meinen Vater befreien würde,und beglückt durch die Liebe dieses schuldlosen Wesens."

Armer Jacopo, wahrlich du verdienest Mitleid! Ich will inmeinem Gebete deiner nicht vergessen."

Und du, Gelsomina?"

Die Tochter des Schließers gab keine Antwort. Sie hattebegierig jede Sylbe seiner Rede eingesogen, und da nun die ganze