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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Ein wilder Schrei des Entzückens von den Lippen des Mädchens,und im nächsten Augenblick lag sie besinnungslos an seiner Brust.

Wir ziehen den Schleier über die Scene, welche nun folgte.Fast eine Stunde lassen wir vorübergehen, ehe wir den Leser wiederin die Zelle führen; dort bietet sich jetzt dem Auge eine Gruppedar, in welcher das matte Licht der Lampe die Gesichter durch starkeFarben und tiefe Schatten mit aller Kraft italienischen Ausdruckesmarkirt.

Der Karmeliter saß auf dem Stuhle, und vor ihm knieetenJacopo und Gelsomina. Jacopo sprach angelegentlich, während seineZuhörer jede Splbe haschten, die von seinen Lippen kam, mehr ausFreude an seiner Unschuld als aus Neugier.

Ich habe Euch erzählt, Vater," fuhr der Gefangene fort,wie eine falsche Anklage, daß mein Vater die Zollgesetze übertretenhabe, diesem unglücklichen Mann den Unwillen des Senates zuzog,weßhalb man ihn viele Jahre lang in einem dieser verfluchten Löcherunschuldig eingesperrt hielt, während wir ihn auf die Inseln ver-bannt glaubten. Endlich gelang es uns, dem Rathe Beweise vor-zulcgen, welche hinreichend waren, die Patricier ihrer Ungerechtig-keit zu überführen. Ich fürchte, daß Diejenigen, welche annehmen,die Gewalt auf dieser Erde werde von Auserwählten geübt, weniggeneigt sein mögen, deren Fehlbarkeit zuzugeben, weil dieß den Jrr-thum ihrer Annahme beweisen müßte. Der Rath schob es langeaus, uns Gerechtigkeit zu gewähren so lange, daß meine armeMutter endlich ihren Leiden erlag. Meine Schwester, ein Mädchenin Gelsomina's Jahren, folgte ihr bald nach denn die Regierunggab, zum Beweise gedrängt, keinen andern Grund an, als den Ver-dacht, daß der Geliebte meiner Schwester des Verbrechens schuldigsein möchte, um welches mein Vater verschmachtete."

Und haben sie sich geweigert, ihre Ungerechtigkeit wieder gutzu machen?" ries der Karmeliter.

Sie konnten es nicht, Vater, ohne öffentlich den Ruf ihrer