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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Seite
440
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ihn an, wie das weinende Kind den zärtlich ernsten Blick derMntter erwiederte. Dieß Lächeln wirkte so mächtig auf Jacopo,daß von dem Beben seines kräftigen Körpers der verwunderteCarmeliter die Ketten rasseln hörte.

Genug," sagte er, und suchte Fassung zu erzwingen.Gelso-mina, du sollst meine Beichte hören. Du hast so lange das einegroße Gehcimniß besessen es soll dir auch kein anderes ver-borgen bleiben."

Antonio!" ächzte das Mädchen.Carlo, Carlo! was hattejener alte Fischer dir gethan, daß du ihm nach dem Leben standest?"

Antonio?" wiederholte der Mönch,hat man dir seinen Todzur Last gelegt?"

Um dieses Verbrechens willen bin ich zum Tode verurtheilt."

Der Carmeliter sank auf den Stuhl des Gefangenen und saßohne Regung, den Blick mit Entsetzen von dem Gesichte des bewe-gungslosen Jacopo zur zitternden Gclsomina lenkend. Die Wahrheitfing an zu tagen in seiner Seele, obgleich sie sich noch nicht ganzaus dem vcnetianischen Trnggewebe herauszuwinden vermochte.

Hier herrscht ein fürchterlicher Jrrthum," sagte er leise.Ichwill zu deinen Richtern eilen, sie zu enttäuschen!"

Der Gefangene lächelte ruhig und streckte die Hand aus, umder Hastigkeit des einfachen Karmeliters Einhalt zu thun.

Es wird nichts helfen," sagte er.Die Dreie belieben ein-mal, mich für den Tod des alten Antonio büßen zu lassen."

So wärst du ungercchterweise sterben! Ich war Zeuge, daßer durch andere Hände siel."

Vater!" schrie Gelsomina.O, wiederhole dieß Wortsage, daß Carlo diese grausame That nicht kann gethan haben!"

An diesem Morde wenigstens ist er unschuldig."

Gclsomina," sagte Jacopo, und versuchte, seine Arme nachihr auszustrccken, indem sein volles Herz überströmte,und anjedem anderen auch."