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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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hast, sein betrüglichcs Handeln zu verdammen, kannst nicht wün-schen, seine einzelnen Thaten mit anzuhören."

Nein nein nein!" sprach Gelsomina leise, indem sieden Worten durch wilde Handbewegung einen fürchterlichen Nach-druck gab.

Es wird besser sein, Vater, daß sie mich für das abscheu-lichste Ungeheuer halte, welches ihre Phantasie nur ersinnen kann,"sagte Jacopo mit fast erstickender Stimme.So wird sie sichgewöhnen, mein Andenken zn hassen."

Gelsomina erwiederte nichts, aber sie wiederholte ihr vernei-nendes Zeichen mit der Geberdc des Wahnsinns.

Das Herz des armen Kindes ist gar schmerzlich berührt,"sagte der Karmeliter theilnehmend.Wir müssen eine so zarteBlume schonend behandeln. Höre mich an, meine Tochter, und laßdeine Vernunft über deine Schwachheit Herrin werden."

Fragen Sie sie nicht, Vater! Lassen Sie sie mich verfluchenund geh'n."

Carlo!" schrie Gelsomina auf.

Eine länge Pause folgte. Der Mönch sah, daß seine Kunsthier nichts gegen die Leidenschaft vermochte, und daß die Sache derZeit müsse überlassen bleiben; der Gefangene seinerseits bestandeinen härteren Kampf in sich, als sein Schicksal ihm noch bisheranferlegt hatte. Das unaustilgbare Sehnen nach der Welt siegteendlich und er brach das Schweigen.

Vater," sagte er feierlich und würdevoll, indem er so weitvortrat, als seine Kette verstattete.Ich hatte gehofft, ich hatteGott gebeten, daß dieß unschuldige Geschöpf sich von ihrer Liebemit Schaudern abwenden möchte, wenn sie erführe, daß ihr Ge-liebter ein Bravo sei.Aber ich habe dem weiblichen Herzen unrechtgethan! Sage mir, Gelsomina, und so lieb dir deine Seligkeitist, täusche mich nicht kannst du mich ansehen ohne Abscheu?"

Gelsomina zitterte, aber sie schlug die Augen aus, und lächelte