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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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und Schnitzwerk, wiederum ein trübes Zeichen, wie thöricht dasStreben, wie falsch die Richtung menschlicher Eitelkeit ist.

Diesem eigenthümlichen Aufzuge folgte ein Knabe, dessen brauneFarbe, halb nackter Körper und dunkles, unstätes Auge ihn als dasEnkelkind des Fischers kenntlich machten. Venedig verstand wohl,zur rechten Zeit mit Anstand nackzugeben, und der Knabe war ohneWeiteres von den Galeeren sreigclassen worden, aus Mitleid, wieman umhersagte, mit dem vorzeitigen Tode seines Großvaters. Deraufstrebende Blick, der kühne Geist und die strenge Redlichkeit An-tonios sprachen sich auch in dem Benehmen des Knaben schon aus;aber diese charakteristischen Züge wurden verschleiert durch einenAnstrich von Kummer, und wie auch bei Dem, dessen Leichenzuge erfolgte, der Fall gewesen war, ein wenig getrübt durch das harteSchicksal, welches ihm zu Theil geworden. Von Zeit zu Zeit hobsich die Brust des gefühlvollen Knaben, während sic über den Quaizogen, dem Arsenal zu, und bisweilen bebten seine Lippen, daß derSchmerz seine männliche Kraft zu überwältigen drohte. Keine Thränenetzte seine Wangen, bis endlich der Körper seinen Blicken entzogenward. Da siegte die Natur. Er stahl sich aus dem Kreise, setztesich bei Seite, und weinte, wie eben ein Kind in seinem Alter undin seiner Einfalt weint, wenn es sich allein findet auf dem wüstenPfade durch das Leben.

So endete Alles, was sich mit Antonio Vecchio, dem Fischer, be-gab, und sein Name war bald nicht mehr genannt in der geheim-nisvollen Stadt, wohl aber auf den Lagunen, wo die Genossenseines Handwerks noch lange seine Geschicklichkeit in Handhabung desNetzes rühmten und seinen Sieg über die besten Ruderleute vonVenedig. Sein Enkel lebte und arbeitete gleich Andern seines Standes,und wir wollen uns begnügen, von ihm nur noch als Beispiel, wieganz er die Sinnesweise seines Großvaters geerbt hatte, dieß an-zuführen, daß er es vermied, sich in die Menge zu mischen, welcheeinige Stunden später aus Neugier und Rachlust nach der Piazetta zog.