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war. Dann gingen sie in vollkommener Gewissensruhe nach Hause.Auch Signor Soranzo begab sich nach seiner prächtigen und be-glückten Wohnung. Zum ersten Mal in seinem Leben betrat er siemit einem Mißtrauen in sich selbst. Ohne zu wissen wodurch, suhlteer sich verstimmt, denn der erste Schritt war gethan auf jenem ver-schlungenen und verderblichen Wege, der unfehlbar zur Vernichtungaller edlen und reinen Gesinnungen führt, und nur durch die So-phistereien und Täuschungen der Selbstsucht unterhalten werden kann.Er trug Verlangen nach derselben Freudigkeit seines Herzens, mitwelcher er seiner schönlockigen Lebensgefährtin kurz zuvor in dieGondel geholfen hatte; aber sein Kopf lag manche Stunde auf demKissen, ehe der Schlaf seinen Schleier zog über das feierliche Spielmit den ernstesten Pflichten, wobei er mitgewirkt hatte.
Neunundzwanzigstes Kapitel.
„Bist du nicht schuldig? — Nein, wahrhaftig nicht!'
Rogers.
folgenden Morgen wurde Antonio bestattet. Die Agentender Polizei gebrauchten die Vorsicht, in der Stadt auszubreitcn, daßder Senat diese Ehre dem Andenken des alten Fischers erweise wegenseines Sieges in der Regatta und als eine Art von Ersatz fürseinen unverschuldeten und geheimnißvollen Tod. Alle Lagnnen-männer versammelten sich zur festgesetzten Stunde auf dem Platze,in anständiger Kleidung, sich geschmeichelt fühlend durch die ihremStande erwiesene Ehre, und mehr als zur Hälfte geneigt, allenfrüheren Groll vor der gegenwärtigen Gunst zu vergessen. So leichtwird cs Denen, welche durch die Geburt oder das mittelst künstlicherOrganisation herbeigeführte Vornrtheil höher, als ihre Mitmenschengestellt sind, so leicht wird es ihnen, durch ein wenig Herablassungihr wirkliches Unrecht vergessen zu machen.