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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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widcrsetzten sich dem Verlangen ihres jüngeren Kollegen mit sehr-scheinbaren Gründen und einem Anstrich von Rcchtmäßigkeit. Esblieb endlich dabei, daß sie selber die Sache entscheiden müßten.

Die nächste Frage war, welche Strafe znerkannt werden sollte.Der verschmitzte Senior des Rathes brachte eine Verbannung anseinige Monate in Vorschlag, denn Giacomo Gradenigo hatte schonsonst in mehr als einer Rücksicht den Zorn der Regierung verdient.Signor Soranzo widcrsctzte sich dieser Strafe mit dem Feuer einesnnverderbten edlen Herzens. Ertrug endlich den Sieg davon, indemseine schlauen Amtsgcnossen besonders hervorhoben, daß sie seinenArgumenten nachgäbcn. Das Resultat des ganzen Manövers war,daß der junge Gradenigo ans zehn Jahre in die Provinzen ver-wiesen, Hosea aber auf Lebenszeit verbannt ward. Sollte der Leser-strenge Gerechtigkeit in diesem Erkenntniß vermissen, so geben wirihm zu bedenken, daß der Jude froh sein mußte, noch mit so blauemAuge davon zu kommen.

Wir dürfen diese Entscheidung und deren Veranlassung nichtgeheim halten," bemerkte der Inquisitor von den Zehnen, sobald dieSache beendet war.Es ist kein Nachtheil für den Staat, wennbekannt wird, wie er die Gerechtigkeit handhabt."

Und wenn sie wirklich geübt wird, will ich hoffen," entgegneteSignor Soranzo.Da aber unsere heutigen Geschäfte beendigtsind, beliebt es den Herren, daß wir nach Hause znrückkehren?"

Vorher haben wir noch die Sache des Jacopo abzumachen."

Den mögen wir doch immerhin den ordentlichen Tribunälenüberlassen!"

Wie euch beliebt. Ist es so eure Meinung, Signori?"

Die beiden Andern stimmten durch Verbeugungen bei und manschickte sich zur Heimkehr an.

Bevor aber die beiden älteren Mitglieder des Rathes den Pa-last verließen, hielten sie mit einander eine lange und geheime Konfe-renz, deren Resultat eine Privatinstruction für den Kriminalrichter