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eine Tugend machen müsse. Da sie Jacopo's nicht weiter bedurften,so ließen sic die Schließer kommen und schickten ihn in sein Ge-sängniß zurück.
„Es wird geziemend sein, dem Kardinal-Sekretär ein Glück-wunschschreiben wegen der Heirath seines Neffen mit einer so reichenErbin unserer Stadt zuzusenden," sagte der Inquisitor von den Zeh-nen, als die Thür sich hinter den Weggehenden geschlossen hatte.„Wir müssen uns den großenEinfluß desNeapolitanersgeneigthalten."
„Aber wenn er nun aus den Widerstand unseres Staates gegensein Vorhaben Gewicht legte?" wandte Signor Soranzo ein, schwachgenug gegen einen so kühnen Plan.
„So legen wir die Sache allein dem vorigen Rathe zur Last.Solche Mißgriffe sind unausbleibliche Folgen des Eigenwillens ineiner freien Verfassung, Signore. Das bloß, welches im Natur-zustände über die Ebene streift, kann nicht gleicherweise gelenkt wer-den, wie das träge Thier, welches den Karren zieht. Ihr sitzetheut' zum ersten Mal unter den Dreien, aber die Erfahrung wirdEuch lehren, daß, wie vortrefflich wir auch in der Theorie sind, diePraxis nicht immer gleich vollkommen sein könne. Das ist einewichtige Sache mit dem jungen Gradenigo, Signori!"
„Ich habe ihn längst als einen Taugenichts gekannt," versetztesein älterer Kollege. „Jammerschade, daß solch' ein ehrenwertherund edler Patricier ein so unwürdiges Kind gezeugt hat. Aber wederder Staat noch die Stadt darf Mordanschläge ungeahndet lassen."
„O, kämen sie doch nur seltener vor!" rief Signor Soranzo inaller Aufrichtigkeit.
„Ja wohl, ja wohl. Es sind einige Winke in unserer geheimenInformation, welche Jacopo's Aussage bestätigen. Auch hat langeErfahrung uns gelehrt, daß man seinen Berichten vollkommenGlauben beimessen kann."
„Wie? — ist denn Jacopo ein Agent der Polizei?"
„Davon mehr bei größerer Muße, Signor Soranzo. Gegen-