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weißt?" fuhr der Inquisitor fort, als dieses Zwischenspiel zuEnde war.
Jacopo verrieth keine Schwäche bei der Drohung des Senators,aber nach kurzer Ueberlegung antwortete er mit so viclFreimüthig-kcit, als er nur im Beichtstuhl an den Tag legen konnte:
„Ihr wißt, erlauchter Senator, daß dem Staate daran lag,die Erbin von Tiepolo zu seinem eigenen Vortheile zu verheiratheu,daß aber der neapolitanische Edelmann sie liebte, und daß sie, wieunter jungen und empfindungsvollcn Herzen zu geschehen pflegt,seine Liebe erwiederte in dem Maaße, als einem Mädchen ihresRanges und ihrer Jugend geziemend war. Ist da etwas Erstaun-liches in dem Umstande, daß zwei Personen von so glänzendenAussichten sich bemühten, ihr Unglück abzuwehren? Signori, in derNacht, da der alte Antonio starb, war ich unter den Gräbern desLido allein mit meiner Schwermuth und meinem bittern Herzen,und mir war das Leben zur Last. Hätte der böse Geist, der damalsdie Oberhand gewonnen hatte, seine Meisterschaft behauptet, sowäre ich als ein hoffnungsloser Selbstmörder gestorben. Gott sandteaber Don Camillo Monforte, mich zu retten — gepriesen sei dieunbefleckte Maria und ihr geliebter Sohn für diese Gnade! — Dortlernte ich die Wünsche des Neapolitaners kennen und begab michin seine Dienste. Ich schwor ihm, Senatoren, gewissenhaft zu sein,für seine Sache zu sterben, wenn es nöthig wäre, und ihm zuseiner Braut zu verhelfen. Die Verpflichtung habe ich erfüllt.Die glücklichen Liebenden sind jetzt im Kirchenstaate, und unter demmächtigen Schutze des Kardinalsekretärs, welcher Don Camillo'sMutterbruder ist."
„Narr, warum hast du das gethan? Hast du nicht an dichselbst gedacht?"
„ Sehr wenig, Exccllenz. Ich- dachte mehr an die Wonne, meinLeid in eine menschliche Brust ausschütten zu können, als an euerhohes Mißvergnügen. Seit Jahren habe ich keinen so süßen Augen-