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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
Entstehung
Seite
426
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entkommen; oder bist du denn überhaupt ganz sicher, daß er ent-kommen ist?"

Signore, ist er noch in Venedig?"

Danach fragen wir dich eben. Hier ist eine Anklage imLöwenrachcn gefunden worden, welche dich zeiht, ihn ermordetzu haben?"

Und Donna Violetta auch, Exccllenza?"

Von ihr haben wir nichts gehört. Was erwiederst du aufdiese Anklage?"

Signorc,warum sollte ich meine eigenenGehcimnisse verrathcn ?"

Ha, bist du doppelzüngig und treulos? Besinne dich, daßwir einen Gefangenen unter den Bleidächcrn haben, welcher dirdie Wahrheit wohl abpreffcn kann!"

Jacopo richtete sich zu einer solchen Höhe auf, als man sichnur verstellen kann, um die Erhebung eines freien Geistes auszu-drücken. Sein Auge aber war dennoch traurig, und seine Stimme,trotz der Anstrengung, sie zum Gegcnthcil zu zwingen, schwermüthig.

Senatoren," sagte er,euer Gefangener unter den Blci-dächern ist frei."

Was! Du scherzest noch in deiner Verzweiflung!"

Ich spreche wahr. Die so lang verzögerte Befreiung ist end-lich gekommen."

Dein Vater"

Ist todt," fiel Jacopo mit feierlichem Tone ein.

Die beiden älteren Mitglieder des Raths sahen einander über-rascht an, während ihr jüngerer Kollege mit der Theilnahme zuhörtc,welche ein Neuling in geheimen und verwickelten Geschäften zuhaben Pflegt. Die Ersteren beriethen sich leise, und sagten dann demSignor Soranzo so viel von ihrem Beschluß, als sie in diesemFalle für nöthig erachteten.

Wirst du deine eigene Sicherheit in Erwägung ziehen, Jacopo,und uns eröffnen, was du von der Sache des Neapolitaners