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„Das ist ein barmherziger Mann — er will dich nicht aus-sperren," sagte der Vater leise.
„Sie können dich nicht allein sterben lassen, Vater."
„Sohn, mein Gott ist bei mir — doch hätte ich dich freilichgern neben mir — hast du nicht gesagt — deine Mutter undSchwester sind todt?"
„Tobt."
„Deine junge Schwester auch?"
„Alle Beide, Vater. Sie sind Heilige im Himmel."
Der alte Mann athmetc schwer und es ward stille. Jacopofühlte die Bewegung einer Hand im Dunkeln, als suchte sie ihn,er ergriff sie und legte sie in Ehrfurcht auf-fein eigenes Haupt.
„Maria die Reine, und ihr Sohn, der Gott ist —- segnedich, Jacopo!" flüsterte eine Stimme, welche der aufgeregtenEinbildungskraft des Bravo aus der Luft herabzuschweben schien.Den feierlichen Worten folgte ein bebendes Seufzen. Jacopo bargsein Gesicht im Betttuch und betete. Daraus ward tiefe Stille.
„Vater," fragte er, zitternd vor feiner eigenen gedämpftenStimme.
Keine Antwort. Er streckte die Hand aus und berührte dasGesicht eines Leichnams. Mit einer Gewalt, welche an Verzweif-lung gränzte, beugte er abermals seinen Kops nieder und betete in-brünstig für den Todten.
Als die Thür der Zelle sich öffnete, erschien Jacopo vor denSchließern mit einer Würde der Haltung, welche nur wirklichemCharakter eigen ist und jetzt noch erhöhet war durch die eben er-lebten Augenblicke. Er bot seine Arme dar, und stand unbeweglich,als sie ihm die Fesseln wieder anlegten. Darauf gingen sie miteinander nach dein geheimen Zimmer, und es währte nicht lange,so standen Alle wie vorher vor dem Rathe der Dreie.
„Jacopo Frontoni," nahm der Sekretär das Wort, „du bistnoch einer andern schwarzen That verdächtig, welche ganz kürzlich