418
„Du weißt auch, daß sein Körper ersäuft in der Bai gefundenworden?"
Jacopo schauderte und bejahete die Frage blos durch ein Zeichen.Die Wirkung, welche diese schweigende Bejahung auf den Jüngstender Drcie hervorbrachte, war unverkennbar, denn er wendete fichzu seinen Kollegen, in der Uebcrzeugung, daß dieses Zeichen cinemGeständnisse gleichkomme. Die beiden Anderen machten zur Er-wiederung würdevolle Verneigungen, und damit war die stillschwei-gende Mittheiluug beendet.
„Sein Tod hat Unzufriedenheit unser seinen Kameraden erregt,und die Veranlassung desselben ist ein Gegenstand ernstlicher Unter-suchung für den hohen Rath geworden."
„Der Tod des geringsten Mannes in Venedig muß den Pa-triciern angelegen sein, Signore."
„Weißt du, Jacopo, daß du angeklagt bist, ihn ermordet zuhaben?"
„Signore, ja."
„Man sagt, du seiest unter den Gondclicren in der letztenRegatta gewesen, und würdest ohne diesen alten Fischer den erstenPreis gewonnen haben."
„Darin hat das Gerücht nicht gelogen, Signore."
„Du läugnest also nicht?" ries der Inquirent mit sichtlichemErstaunen.
„Es ist gewiß, daß ich ohne diesen Fischer gewonnen hätte."
„Und du hast den Preis gewünscht, Jacopo?"
„Gar sehr, Signore," erwiederte der Angeklagte mit einemAusdruck des Gefühls, den er bisher noch nicht gezeigt hatte. „Ichwarbei seinen Kameraden ein verachteter Mensch, und doch ist das Ru- .dermein Stolzgewesenvonmeiner Kindheit an, bis zu jenerStundc."
Eine Bewegung des dritten Inquisitors verriet!) wieder dessenAntheil und Erstaune».
„Gestehst du dein Verbrechen?"