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„Du bist augeklagt, Jacopo, das Ruder mit dem Stilett ver-tauscht zu haben."
„Signore, ja."
„Die Gerüchte von deinen Blutthatcu haben seit mehrerenJahren zngenommen in Venedig, bis i» der letzten Zeit Keiner mehreines unzcitigen Todes starb, dessen Ermordung man dir nicht zu-geschriebcn hätte."
„Das ist nur zu wahr, Signore Segrctario. — Ich wollte,dem wäre nicht so."
„Die Ohren Seiner Hoheit und die Rathskollegien sind nichtverschlossen geblieben vor diesen Gerüchten, sondern haben dieselbenlange mit dem Ernst einer väterlichen und sorgsamen Regierung er-wogen. Wenn sie dich frei herumgchen ließen, so geschah es nur,um nicht den Hermelin der Gerechtigkeit durch ein übereiltes undnicht hinlänglich begründetes Erkcnntniß zu beflecken."
Jacopo neigte sein Haupt und gab keine Antwort. Aber einLächeln so wild und bedeutungsvoll glitt bei dieser Erklärung überseine Züge, daß der Officiant des geheimen Tribunals, der als Organder Mittheilung diente, auf das Papier niederblickte, welches er inder Hand hielt, als wollte er tiefer in die Schriften hineinsehen.Möge der Leser, wenn die Geschichte wird ausgeführt sein, nichtdiese Stelle mit Verwunderung wieder ansehen: es sind eben sohandgreifliche, wenn auch nicht so grausame Mystifikationen von poli-tischen Körperschaften in seiner eigenen Zeit öffentlich ansgegangen.
„Es ist nunmehr eine ganz besondere und fürchterliche Be-schwerde gegen dich beigcbracht worden, Jacopo Frontoni," fuhrder Sekretär fort; „und aus Fürsorge für das Leben seiner Bür-ger hat der gefürchtete Rath selbst die Sache zu Händen genommen.Hast du einen gewissen Antonio Vecchio, Fischer hier auf unserenLagunen, gekannt?"
„Ja, Signore, in der letzten Zeit, und ich bedaure, ihn nichtschon früher gekannt zu haben."
Der Bravo.
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