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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Bravo stand vor den unbekannten Männern, welche über sein Schick-sal zu entscheiden hatten.

Da Jacopo oft vor dem Rath erschienen war, obgleich niemalsals Gefangener, so verricth er weder Ueberraschuug, noch Bestür-zung bei dem finsteren Anblick umher. Sein Gesicht war bleich,aber gefaßt, seine Glieder unbeweglich und seine Miene bescheiden.Als das kleine Geräusch, welches bei seinem Eintritt entstand, sichgelegt hatte, herrschte in dem Zimmer tiefe Stille.

Du heißest Jacopo Frontoni?" sagte der Sekretär, welcherdas Mundstück der Dreie bei dieser Gelegenheit abgab.

,,^za.

Du bist der Sohn eines gewissen Ricardo Frontoni, einesdurch Zoll-Diebstahl berüchtigten Mannes, vom dem man glaubt,daß er nach den entfernten Inseln verbannt oder anderweitig be-straft worden?"

Signore oder anderweitig bestraft worden."

Du warst Gondelier in deiner Jugend?"

Das war ich."

Deine Mutter ist"

Todt," sagte Jacopo, als er bemerkte, daß der Andere schwieg,um seine Instruction anzusehen.

Der tiefe Ton, mit welchem er dieses Wort sprach, erregte eineStille, welche der Sekretär erst unterbrach, nachdem er einen Blickhinter sich auf die Richter geworfen.

Sie war nicht der Theilnahme an dem Verbrechen deinesVaters angeklagt?"

Und wäre sie es gewesen, Signore, sie ist längst nicht mehrim Bereiche der Macht dieser Republik."

Bald nachdem dein Vater das Mißfallen des Staates erregthatte, gabst du dein Geschäft als Gondelier auf?"

Signore, ja."