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„Wir hatten kein beträchtlicheres Erbgut in ganz Venedig,"setzte der dritte Inquisitor hinzu.
„Vortrefflich wie sie ist an Tugenden und noch mehr an Reich-thümcrn, fürchteich, haben wir sie verloren. Signori! Don Ca-millo Monforte, den Gott behüte, bis wir seines Einflusses nichtweiter bedürfen, hätte fast den Sieg über uns davon getragen;aber eben als der Staat nahe daran war, feine wohlangelcgtenPläne zu vereiteln, fiel die Dame durch Zufall in die Hände derAufwiegler, und seitdem haben wir keine Nachricht von ihr."
Paolo Soranzo hoffte im Stillen, daß sie in den Armen desNeapolitaners sein werde.
„Ein Sekretär hat mir mitgethcilt, daß auch der Herzog vonSant' Agata verschwunden sei," bemerkte der Dritte. „Fernerist die Felucke, welche gewöhnlich bei entfernten und schwierigenGeschäften gebraucht wurde, nicht mehr vor Anker."
Die beiden alten Männer sahen einander an, als ob sie zu arg-wöhnen anfingen, was sich zugetragen habe. Sie sahen, daß dieSache nichts mehr hoffen ließ, und wie denn ihre Pflicht eine ganzpraktische war, verloren sie keine Zeit mit unnützem Bedauern.
„Wir haben zwei dringende Angelegenheiten," bemerkte derAeltcre. „Die Leiche des alte» Fischers muß ruhig in die Erdekommen, wobei so viel als möglich allem künftigen Tumult zu be-gegnen ist. Und dann müssen wir über den berüchtigten Jacopoverfügen."
„Der Letztere muß zuerst eingefangen werden," sagte SignorSoranzo.
„Das ist bereits geschehen. Solltet ihr's glauben, ihr Herren!im Palaste des Dogen selber ward er ergriffen!"
„Nun denn, zum Schaffet mit ihm, ohne Verzug."
Die beiden Alten sahen wieder einander an, als ob sie schonvorläufig berathcn und eine Uebereinkunft getroffen hätten, vonwelcher ihr Genosse nichts wußte. In ihren Blicken malte sich auch