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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Gut. Wenn die ersten von meinen Freunden kommen, so willich zu ihnen gehen."

Excellenz, es sind schon zwei Cavalieri in Masken drinnen."

Signor Soranzo stutzte, sah wieder nach der Uhr, und ging inEil' nach einem entfernten, sehr ruhigen Theile des Palastes. Ererreichte ohne Begleitung eine kleine Thür, schloß sie hinter sich zuund stand plötzlich vor den Männern', die ihn offenbar erwarteten.

Bitte tausendmal um Verzeihung, Signori!" rief der Herrvom Hause.Diese Pflicht ist wenigstens mir so neu ich weißnicht, wie so ehrenwerthe Herren cs gewohnt sein mögen daßdie Zeit mich unvermerkt überraschte. Bitte um Nachsicht, meineHerren, künftig soll mein Eifer die heutige Nachlässigkeit wiedergut machen."

Die beiden Gäste waren älter als ihr Wirth, und ihre gehärte-ten Züge verriethcn mehr Bekanntschaft mit der Welt. Sie nahmenseine Entschuldigung höflich an, und die Unterhaltung bewegte sicheine Zeitlang in den gewöhnlichen Umgangsformeln.

Sind wir hier ganz in der Stille, Signore?" fragte der einevon den Gästen, nachdem ein Weilchen so verstrichen war.

Wie im Grabe. Niemand kommt unaufgefordert hier herein,als meine Frau, und diese genießt den Abend zu Wasser."

Ihr steht in dem Rufe einer glücklichen Ehe, Signor Soranzo.Ich hoffe, Ihr habt gehörig erwogen, wie nöthig es ist, heute Abenddie Thür auch vor Donna Giulietta zu schließen."

Seien Sie unbesorgt, Signori. Die Angelegenheiten derRepublik gehen Allem vor."

Ich fühle mich dreimal glücklich, Signori, daß ich, durch dasLoos in den Rath der Drcie gelangt, so vortreffliche Kollegen er-halten habe. Glaubt mir, ich habe dieß beschwerliche Amt in meinemLeben schon mit nicht so erfreulichen Genossen verwaltet."

Diese schmeichelhafte Rede, welche der verschlagene alte Senatorregelmäßig Allen austischte, mit denen der Zufall ihn in der In-