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alten Gefangenen, wenn ihr seinen ganzen Körper hättet in Todes-angst beben sehen, ihr würdet Mitleid mit ihm haben."
„Horch einmal,"entgegnete derOsfiziermithochgehobcnem Finger.
Der Trompeter blies auf der Marcusbrücke, dicht unter ihnen,und die Proclamation, welche Gold für die Einsaugung des Bravobot, wurde wiederholt.
„Das ist der Beamte der Republik, der einen Preis setzt ansden Kopf eines Menschen, der ein feiles Stilett führt!" schrie Gcl-somina fast ohne Athen:, und ohne viel auf den Vorgang untenin diesem Augenblicke zu achten, „er verdient sein Schicksal."
„Nun, warum bittest du noch für ihn?"
„Ihr sprecht ohne Sinn!"
„Närrisches Mädchen, dieser hier ist der Jacopo Frontoni!"
Gelsomiua würde ihren Ohren nicht geglaubt haben, wenn sienicht Jacopo's banges Auge bemerkt hätte. Die gräßliche Wahr-heit brach über ihre Seele herein und leblos fiel sie zu Boden. Indemselben Augenblick ward der Bravo schnell von der Brücke geführt.
Siebenundzwanzigstes Kapitel.
Laßt uns den Vorhang lüsten, um zu schauen,
Was sich begibt in diesem Zimmer.
Aogcrs.
^n diesem Tage flüsterte mau in den Straßen von Venedigin der furchtsamen, geheinmißvollen Weise, welche diese Stadtcharakterisirte, gar manche Gerüchte einander zu. Hunderte gingenbei den Granitpfeilern vorüber, als erwarteten sie, den Bravo aufseinem gewohnten Platze zu sehen, kühnlich der Proclamation trotzend.Denn man hatte ihm, seltsam genug, so lauge Zeit gestattet, sichöffentlich zu zeigen, daß Niemand sich einbildcn konnte, er würde soschnell seine Gewohnheit aufgeben. Daß diese wunderliche Erwartung