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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Thut nichts, ich steige in den Hof des Palastes hinab undgehe bei den Hellebardieren dreist ohne Maske vorüber."

Gelsomina hielt es selbst für sehr unwahrscheinlich, daß er vonden Lohnsoldaten des Dogen bemerkt würde, und ängstlich, ihn auseiner schlimmen Lage zu befreien, flog fle zurück an das andere Endeder Galerie. Sie steckte den gehörigen Schlüssel in die Thüre,durch welche sie eben gekommen waren, aber mit demselben Erfolge.Gelsomina schwankte zurück und hielt sich an der Mauer.

Wir können weder vorwärts noch rückwärts! schrie sie, er-schreckt, ohne zu wissen warum.

Ich seh' es Alles," crwiederte Jacopo,wir sind Gefangeneaus dieser Unglücksbrücke."

Der Bravo nahm, während er sprach, die Maske ruhig ab,und zeigte die Züge eines Mannes, dessen Entschluß fest steht.

Heilige Mutter Gottes! Was hat das zu bedeuten?"

Nichts, als daß wir einmal zuviel über die Brücke gegan-gen sind, Liebe! Der Rath ist eifersüchtig aus diese Besuche."

Die Riegel beider Thüren wurden zurückgeschobcu und dieAngeln knarrten zu gleicher Zeit. Ein bewaffneter Offizier derInquisition trat ein, Handfesseln tragend. Gelsomina schrie aus,aber Jacopo bewegte kein Glied, keine Muskel, während man ihmdie Ketten anlegte.

Mich auch!" schrie seine Gefährtin im Wahnsinn.Ich bindie Schuldigste bindet mich werft mich in das Gefängnißaber laßt den armen Carlo gehen."

Carlo?" wiederholte der Offizier mit fühlloscm Lachen.

Ist es ein so großes Verbrechen, einen Vater im Gefängnissezu besuchen? Sie wissen von seinen Besuchen haben sie selbsterlauht er hat nur die Stunde verfehlt."

Mädchen, weißt du auch, für wen du dich verwendest?"

Für das beste Herz, für den treuesten Sohn in Venedig!O, wenn ihr ihn hättet weinen sehen wie ich, über die Leiden des