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Obrigkeit — ich habe sie übertreten — warum sollte ich es dirzu verheimlichen suchen? Aber du durstest nicht herein kommenum diese Zeit."
„Und du hast den Muth gehabt, die Erlaubniß zu über-schreiten um meinetwillen, Gelsomina?"
Das verschämte Mädchen ließ den Kopf hängen und um ihreWangen glomm eine Rothe, wie das ihrem Italien so eigene Rosenlicht.
„Du hast es so gewollt," sagte sie.
„Tausend Dank, theure, liebe, getreueste Gelsomina, aberzweifle nicht daran, daß ich unbemerkt mich aus dem Palaste stehlenwerde. Hineinzukommen war gefährlich; aber die hinausgehen habendas Ansehen, als ob sie ein Recht dazu hätten.
„Niemand darf bei Tage maskirt bei den Hellebardieren vor-bei, Carlo, wer nicht das Merkwort hat."
Dem Bravo schien die Wahrheit dieser Bemerkung einzuleuchten,und große Verlegenheit drückte sich in seinem Benehmen aus. Erkannte die Bedingungen, unter welchen er zugelassen worden, selberso gut, daß er dem Versuche mißtrauete, durch das Gefängniß aufden Quai zu gelangen, aus welchem Wege er hereingekommen war;denn er zweifelte nicht, daß ihm der Rückzug von den Wachen desäußeren Thores, welche jetzt vermuthlich schon von seinem wahrenCharakter unterrichtet waren, abgeschnitten werden würde. Der Aus-gang auf dem anderen Wege schien nicht minder gefährlich. Es warnicht so sehr der Inhalt der Proclamation, welcher ihn in Erstaunensetzte, als die Oeffentlichkeit, welche der Senat für gut befand,seinem Verfahren zu geben, und er hörte die öffentliche Anklageseiner, zwar mit innerem Weh, aber doch ohne Schrecken. Indessenkannte er so viele Mittel, sich zu verbergen, und die Freiheit desMaskirens war so allgemein in Venedig, daß er sich um den Aus-gang nicht eher besorgt fühlte, als bis er sich in dieser häßlichenKlemme sah. Gelsomina las seine Unentschiedenheit in seinen Augen,und beklagte, ihn so unruhig gemacht zu haben.