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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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eine Belohnung von hundert Zechincn Dem, welcher den Thätereiner von diesen höchst abscheulichen Mordthaten entdecken wird;und dieweil in der verwichenen Nacht der Leichnam eines gewissenAntonio, eines wohlbekannten Fischers und ehremverthcn Bürgers,der von den Patriciern höchlichst geschätzt wurde, ist in den Lagunengefunden, dieweil viel Grund ist zu dem Verdacht, daß selbiger zuTode gekommen durch die Hand eines gewissen Jacopo Frontoni,welcher im Gerücht steht, ein gemeiner Bravo zu sein, von derObrigkeit aber lange vergeblich beobachtet worden ist, in der Hoff-nung ihn bei Verübung einer der vorbcnanntcn greulichen Mord-thaten zu betreffen: so werden jetzt alle guten und redlichen Bürgerder Republik insgemein aufgcfordert, der Obrigkeit zu verhelfenzur persönlichen Verhaftung des besagten Jacopo Frontoni, undwenn sie ihn aus dem Heiligthum reißen sollten, weil Venedig nichtlänger einen Menschen, der solch' blutiges Geschäft treibt, in seinerMitte dulden kann, und verheißt der Senat in seiner väterlichenSorgfalt zur Aufmunterung eine Belohnung von dreihundert Zechi-nen." Anrufung Gottes und Hinweisung auf die Souverainität desStaates machten wie üblich den Beschluß.

Da es nicht gewöhnlich war, daß Die, welche so viel im Dun-keln thaten, ihr Vorhaben öffentlich kund machten, so horchten Alle,die nahe standen, mit Verwunderung und Furcht dem neuen Verfahren. 'Einige zitterten, daß die geheimnißvolle und vielgefürchtete Machtsich gleich jetzt zu zeigen beginnen würde; die meisten aber fandenGelegenheit, ihre Bewunderung für die väterliche Sorgfalt der Re-gierung hörbar zu machen.

Niemand ward von den Worten des Beamten lebhafter er-griffen, als Gelsomina. Sie beugte sich weit aus dem Fenster,damit ihr keine Sylbe entgehen möchte.

Hast du gehört, Carlo?" fragte sie eifrig, als sie ihren Kopfzurückzog,endlich bieten sie eine Belohnung aus für die Gefangen-nehmung des Unmenschen, der so viele Mordthaten verübt hat!"