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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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betreten, schickte Gelsomina sich an, ihn durch den Hauptkorridorhinanszulassen.

Du bist mißmüthigcr, als sonst, Carlo," bemerkte sie mitweiblicher Sorglichkeit, sein abgewendetes Auge beobachtend.Michdünkt, du solltest dich freuen über das Glück des Neapolitaners undder Dame von Ticpolo."

Daß diese entkommen sind, ist ein Sonnenstrahl an einemWintertagc. Gutes Mädchen aber man beobachtet uns, werist cs, der dort unsere Bewegungen spionirt?"

Ein Diener des Palastes; sie kommen uns immer in dieQuerein diesem Thcile des Gebäudes. Tritt hier herein, wenn du müdebist. Dieß Zimmer ist wenig in Gebrauch und wir können wiederaus die See hinausschauen."

Jacopo folgte seiner sanften Führerin in eines von den unbe-nutzten Gemächern des zweiten Geschosses, denn cs war ihm in derThat erwünscht, einen Blick auf der Stand der Dinge in der Piazzazu werfen, che er den Palast verließ. Er betrachtete zuerst dasWasser, welches noch immer nach Süden flutete, vom Alpenwindcgetrieben. Befriedigt durch diese für die Fliehenden günstige Aussichtschaute er auf den Platz hinunter. In diesem Augenblick trat einBeamter der Republik aus dem Thore des Palastes; ein Trompeterging voran, wie üblich war, wenn der Senat irgend einen Beschlußproklamiren wollte. Gclsomina öffnete die Fensterlade, und Beidebeugten sich vor, um zu hören. Als derkleineZug vor der Kathedralesich befand, blies der Trompeter, und darauf rief der Beamte aus:

In Erwägung, daß neuerlich viele frevelhafte und ruchloseMordthaten an verschiedenen redlichen Bürgern von Venedig verübtworden, hat der Senat, in seiner väterlichen Sorgfalt für Alle,deren Schutz ihm obliegt, für Recht befunden, zu außerordentlichenMitteln zu greisen, zu Verhütung erneuter Verbrechen, die dengöttlichen Gesetzen und der Sicherheit der menschlichen Gesellschaftsolchermaßen zuwider sind. Daher bieten die erlauchten Zehn öffentlich