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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Sie bedenken nichts, als ihre Macht," sagte Jacopo halblaut;was mit Unrecht besessen wird, muß durch unbarmherzige Unge-rechtigkeit behauptet werden: aber was wollen wir davon reden,Vater? hast du Alles, dessen du bedarfst?"

Luft, Sohn, Luft! gib mir ein wenig von der Lust, dieGott seinem geringsten Geschöpfe gönnt."

Der Bravo lief zu den Spalten der altchrwürdigen, durch Ver-brechen befleckten Mauern, die er schon früher zu öffnen bemühtwar, und strebte mit der Kraft des Wahnsinns, sie mit seinen Händenzu erweitern. Das Gemäuer widerstand der verzweifelten Anstren-gung, obgleich das Blut aus seinen Fingern spritzte.

Die Thüre, Gelsomina, dieThüre weit auf," schrie er, sich vondem Platze abwendend, erschöpft durch die vergebliche Anstrengung.

Laß es, jetzt leide ich nicht, mein Kind; aber wenn du wcg-gegangen bist, und ich allein bin mit meinen Gedanken, wenn ichdeine weinende Mutter sehe, und deine verlassene Schwester, dannfühl' ich, daß mir Lust fehlt sind wir nicht in dem brennendenAugust, mein Sohn?"

Vater, es ist noch nicht Juni."

So werde ich noch mehr Hitze aushaltcn müssen. GottesWillegeschehe, und die gelobte Santa Maria, seine unbefleckte Mutter,gebe mir Kraft, es zu ertragen."

Jacopo's Auge blitzte wild, fast ebenso fürchterlich, als dergespenstische Blick des alten Mannes. Seine Brust flog, seine Faustwar geballt, und er athmete hörbar.

Nein," sagte er mit leisem, aber entschiedenem Tone, daß dieFestigkeit seines Entschlusses klar ward,du sollst ihreQualcn nichtwieder erwarten. Auf, Vater, komm mit mir. Die Thüren sindoffen, die Wege durch den Palast kenne ich in der finstersten Nachtund die Schlüssel sind zur Hand. Ich will Mittel finden, dich zuverstecken, bis cs dunkel ist, und wir wollen die verfluchte Republikfür immer verlassen."