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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Gesetze aufrecht zu erhalten, welche sie zu Senatoren und dich zumGefangenen machen."

Mitnichten, Sohn, ich habe würdige Herren vom Senategekannt! Da war der letzte Signor Tiepolo, der mir in meinerJugend viel Liebes erwies. Ohne diese falsche Anklage könnte ich jetzteiner der Wohlhabendsten in meinem Gewerbe sein von ganz Venedig."

Vater, wir wollen für die Seele des Signor Tiepolo beten."

Ist der erlauchte Senator gestorben?"

So meldet ein prächtiges Grabmal in der Kirche desRedcntore."

Wir müssen endlich Alle sterben," flüsterte der Greis und be-kreuzte sich,Doge wie Patricier, Patricier wie Gondelier.. Jaco"

Vater!" ries der Bravo so schnell dazwischen, daß er dasWort unterbrach. Dann kniete er an das Strohlager des Gefan-genen nieder und flüsterte ihm in das Ohr:Du vergissest, daßGrund vorhanden ist, mich nicht bei diesem Namen zu nennen.Ich habe dir oft gesagt, daß meine Besuche aufhören müssen, wenndu mich so heißest."

Der Gefangene blickte verwirrt umher, denn die zunehmendeSchwäche machte ihm undeutlich, was er einst klar eingesehen hatte.Er sah den Sohn lange starr an, dann, bald auf ihn, bald aus dieMauer blickend, lächelte er kindisch.

Sieh' doch nach, mein guter Junge, ob die Spinne schonwieder da ist."

Jacopo seufzte, aber er stand auf, ihm zu willfahren.

Ich sehe sie nicht, Vater: es ist noch nicht warm genug."

Nicht warm! Mir ist heiß, als wollten die Adern springen.Du vergissest, daß hier das obere Stockwerk ist, und hier die Blei-dächer, und dann die Sonne ach die Sonne! Die erlauchtenSenatoren bedenken die Qual nicht, den kalten Winter unterhalbder Kanäle und den brennenden Sommer unter glühendem Metallzuzubringen."