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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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seit dem letzten Besuche sichtbar zugcnommen hatte, glomm einbleiches Lächeln in seinen erstorbenen Zügen.

Und deine Mutter, Sohn?" fragte er so heftig, daß Gel-somina sich schnell abwendete.

Ist glücklich, Vater, recht glücklich."

Glücklich ohne mich?"

Sie ist immer bei dir im Geiste, Vater. Sie gedenkt deinerin ihrem Gebete. Du hast eine Heilige zur Fürbitterin an meinerMutter Vater!"

Und deine gute Schwester?"

Auch glücklich glaube mir, Vater. Sie sind Beide gedul-dig und ergeben."

Und der Senat, Sohn?"

Immer der alte, herzlos, selbstsüchtig, vermessen," antworteteJacopo streng. Dann wendete er sich ab vor bitterem Weh' undverfluchte ihn mit nnhörbar leisen Worten.

Die edlen Signori haben sich getäuscht, daß sie mich in demAnschläge zur Umgehung der Zölle verwickelt glaubten," cntgcgncteder geduldige alte Mann. Einstmals werden sic ihr Unrecht cin-sehen und erkennen."

Jacopo gab keine Antwort, denn obgleich er ununterrichtetwar und aller Kenntnisse entbehrte, mit welchen eine väterliche Re-gierung ihre Unterthanen auszurüsten sorgt, hatte die natürlicheSchärfe seines Geistes ihm doch gezeigt, daß eine Verfassung, derenGrundzug offenbar die Ueberlegenhcit weniger Bevorrechteter war,am wenigsten geneigt sein könnte, einen Mißgriff ihrer Theoriezuzugeben durch das Geständnis, daß sie geirrt habe.

Du thust den Edelen unrecht, mein Sohn; sie sind erlauchtePatricier und haben keine Veranlassung, einen Mann, wie mich, zubedrücken."

Keine, Vater, als die Nothwendigkeit, die Strenge ihrer