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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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wagt, solch' eine Frage laut auszusprechen.Du weißt, daß dieRepublik immer Galeeren im adriatischen Meere hat."

Wir haben das bedacht, und dem Calabrier Anweisung ge-geben, nach dem Hasen von Ancona zu steuern. Ist er nur erst imKirchenstaate, so wird Don Camillo durch seinen Einfluß und dieRechte der edlen Geburt seiner Gattin geschützt sein. Ist hier einOrt, wo wir auf die See hinaus sehen können?"

Gelsomina führte den Bravo in ein leeres Zimmer des oberenStockwerks im Dogcnpalast, welcher eine Aussicht auf den Hafenund das jenseitige Gewässer darbot. Der Landwind blies stark überdie Dächer der Stadt, machte die Masten im Hafen schwanken undstrich über die Lagunen außerhalb der Schiffsrcihcn. Von dort anbis zu der Sandbarrc war an den niedergelassenen Segeln und derAnstrengung der Gondcliere, welche dem Quai zuruderten, merkbar,daß der Wind sehr lebhaft wehrte; außerhalb des Lido selbst wardas Wasser schon getrübt und bewegt, während noch weiter in'sMeer hinaus die krausen, schäumenden Wellen die Macht des Sturmsvcrriethen.

Santa Maria, sei gelobt!" rief Jacopo, als sein geübtesAuge dicß Schauspiel nahe und fern übersah,sie sind schon weitan der Küste hinab und werden mit solchem Winde unfehlbar in we-nigen Stunden den Hafen erreichen. Laß uns nach der Zelle gehen."

Gelsomina lächelte, als er die Sicherheit der Flüchtlinge fürzuverlässig erklärte, aber als er das Gespräch ablenkte, trübte sichihr Blick. Ohne zu antworten, that sic, wie er verlangte, undin wenigen Augenblicken standen sie neben dem Lager des Gefan-genen. Dieser schien ihr Eintreten nicht zu bemerken, und Jacopowar gcnöthigt, ihn anzurufen.

Vater," sagte er mit dem schwermüthigen Tone, der seinerStimme jedesmal, wenn er mit dem Greise redete, eigen war:ich bin da."

Der Gefangene drehte sich um, und obgleich seine Schwäche