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„Soll ich den Herrn mitten in seinen Vergnügungen nicder-stoßcu, Signore?"
„Das ist nicht nöthig. Wir haben Mittel gefunden, ihn ausseinem Palaste zu locken, und er ist in deiner Gewalt, ohne andereVcrtheidiguug als seinen eigenen Arm und Muth. Willst du dasGeschäft übernehmen?"
„Gern, Signore — cs macht mir Freude, einem Tapferen ent-gegen; »treten?"
„Da wirst du zufrieden sein. Der Neapolitaner ist mir in dieQuere gekommen in meiner — soll ich sagen Liebe, Hosca? oderhast du ein besseres Wort?"
„Gerechter Daniel! Signore Giacomo, Ihr habt keine Ach-tung für Reputation und Sicherheit! Ich seh' gar nicht ein, warumman ihn gerade zu Tode stechen soll, Herr Jacopo; eine tüchtigeWunde, die dem Herzog wenigstens aus einige Zeit die Ehestauds-gedankcn aus dem Kopf brächte und Bußgedanken an deren Stelle,wäre besser."
„Stoß' ihm in's Herz!" fiel Giacomo ein. „Nur um der Si-cherheit deines Stoßes willen habe ich gerade dich ausgesucht."
„Das ist wucherische Rache, Signor Giacomo," versetzte derminder entschlossene Jude. „Es wird für unseren Zweck mehr alshinreichend sein, wenn wir den Neapolitaner zwingen, einen Mo-nat lang das Haus zu hüten."
„In's Grab mit ihm. Hörst du, Jacopo, hundert Zechiuenfür den Stoß, hundert für die Gewißheit, daß er tief geht, undhundert, daß die Leiche im Kanal Orfauo so versunken liege, daßdas Wasser das Gehcinmiß nicht wieder zurückgibt."
„Wenn das erste und zweite durchaus geschehen muß, so wirddas dritte kluge Vorficht sein," murmelte der Jude, der ein behut-samer Schurke war, und immer Beimittel vorzog, welche die Lastseines Gewissens ein wenig leichter machten. „Wollt Jhr's nichtwagen, junger Herr, auf eine tüchtige Wunde?"