„Oospotto, bin ich ein Narr? ein Stümper? Wenn ich's bin,warum gebraucht mich der Senat? Sie hören hier nichts von derDirne, und die mag bleiben, wo sie ist. So lange die edlen Damendie Nachtluft hier oben zu athmen wünschen, sollen fie von ihrerGesellschaft nicht belästigt werden."
„Sei unbesorgt. Die Landbewohner haben kein Verlangennach dem Dunst deiner Kajüte. Haft du den Lido hinter dir,so erwarte meine Ankunft, Stefano. Wenn du mich vor EinUhr nicht wieder stehst, so segle nach dem Hafen von Ancona, wodu weitere Anweisung erhalten wirst."
Stefano, welcher von dem angeblichen Roderigo oft seine In-structionen bekommen hatte, nickte bereitwillig, und sie trennten sich.Es ist kaum nöthig, hinzuzufügen, daß die Flüchtlinge in Kenntnißgesetzt waren, wie fie sich zu benehmen hätten.
Jacopo's Gondel war noch nie schneller geflogen, als jetzt demLande zu. Bei der lebhaften Passage so vieler Fahrzeuge war dieBewegung eines einzelnen Bootes nicht leicht zu bemerken, und alser den Quai des Platzes erreichte, fand er, daß Niemand auf seineAbfahrt und Ankunft geachtet habe. Dreist nahm er die Maske abund landete. Es war beinahe die Zeit herangekommen, aus welcheer dem Don Camillo ein Rendezvous in der Piazza zugesagt hatte,und er ging langsam den kleineren Platz entlang nach dem Begeg-nungsorte.
Jacopo mar, wie in einem früheren Kapitel erzählt worden,gewohnt, unweit den Granitsäulen in den ersten Stunden der Nachtauf und nieder zu geheu. Nach der allgemeinen Annahme warteteer auf Kundschaft in seinem blutigen Geschäft, so wie Leute vonunschuldigerem Beruf auch ihren Stand an besuchteren Orten neh-men. Jeder, dem sein Ruf lieb war, oder der den Schein ver-meiden wollte, pflegte, wenn er ihn dort sah, ihm auszuweichen.
Der verfolgte und doch sonderbarerweise geduldete Bravoschritt auf seinem Wege langsam über die Felsen hin, denn er