„Hast du auch des alten Maso's Tochter in sicherer Verwah-rung?" fragte Jacopo, als er das Verdeck der Bella Sorrcntinawieder erreicht hatte.
„Sie ist wie Ballast, der hin und her fährt, bald auf einerSeite der Kajüte, bald auf der andern; aber Ihr seht, der Riegelist noch vor."
„Gut; hier ist wieder ein Theil der Fracht — du hast dochdie gehörigen Päffe für die Wachtgaleere?"
„Alles in bester Ordnung, Signore. Wann hat Stefano Milanoin einer dringenden Angelegenheit je etwas versäumt? vinininö!laßt den Wind kommen, und wenn der Senat uns wieder zurück-habenwollte, alle seine Sbirrcn sollte erumsonst hinterdrein schicken."
„Trefflicher Stefano! geh' mit vollen Segeln, denn unsereHerren sind aufmerksam auf dein Thun, und legen einen Werthaus die größte Eile."
Während der Calabrese gehorchte, half Jacopo den beidenFrauen aus der Gondel, und im Augenblick schwangen die schwerenSegel sich wie im Fluge empor, und die Blasen, welche an denSeiten derBcllaSorrentina aufblickten,verriethenihrenfchnellenLauf.
„Du hast edle Damen zu Passagieren," sagte Jacopo zu demPadrone, als dieser von der Arbeit, sein Schiff in Gang zu brin-gen, verschnaufte. „Obgleich die Klugheit verlangt, daß sie füreinige Zeit die Stadt verlassen, so wirst du dir doch Gunst erwer-ben, wenn du ihnen dich aufmerksam erweisest."
„Laßt mich nur sorgen, Signor Noderigo, aber vergeht nicht,daß ich noch keine Instruction zur Fahrt habe. Eine Fclucke ohneKurs ist so schlimm daran, wie eine Eule im Sonnenschein."
„Das wird sich finden. Es wird ein Offizier der Republik anBord kommen und das mit dir abmachen. Diese Damen, wünscheich, sollen nicht erfahren, daß eine Person, wie Annina, ihre Reisege-fährtin ist, so lange sie noch in der Nähe des Hafens sind, sie möchtensich sonst über Geringschätzung beklagen. Du verstehst, Stefano?"