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Stefano Milano schlief auf dem Verdeck in einem Segel. EineBerührung weckte ihn, und ein Zeichen gab ihm zu verstehen, daßder vermeintliche Noderigo vor ihm stände.
„Bitte tausendmal um Verzeihung, Signore," sagte der See-mann gähnend. „Ist die Ladung da?"
„Nur zum Theil. Ich habe dir eine gewisse Annina Tortigebracht, die Tochter des alten Tommaso Torti, eines Weinhändlersauf dem Lido."
„ 8antn mnckro! Hält cs der Senat der Mühe werth, solch'eine Person heimlich aus der Stadt zu schicken?"
„Ja—und zwar legt er aus ihre Aufbewahrung großen Werth.Ich habe sie hergebracht, ohne daß sie meine Absicht merkte, undhabe mich eines Wcingeschästcs zum Vorwand bedient, um sie hin-unter zu bringen in die Kajüte. Unserer früheren Verabredung ge-mäß wird es nun deine Sache sein, dich ihrer Person zu versichern."
„Das ist leicht gemacht," erwiedertc Stefano, indem er hin-ging und die Kajütenthüre zumachte und verriegelte. „Sie ist nunallein mit dem Muttergottesbilde, und hat die schönste Gelegenheit,ihre Ave's zu beten."
„Es ist gut, wenn du sie so festhalten kannst. Jetzt aber istes Zeit, die Anker zu lichten, und mit der Fclucke die Reihen derübrigen Schiffe zu verlassen."
„Signore, in fünf Minuten sind wir damit fertig."
„So thue es in aller Eile, denn von der Erledigung dieseswichtigen Geschäfts hängt viel ab. Ich werde bald wieder bei dirsein. Höre, Meister Stefano, nimm die Gefangene in Acht, denndem Senat liegt viel daran, daß sie sicher verwahrt sei."
Der Calabrese machte ein Zeichen, wie Verschmitzte pflegen,wenn sic andeuten wollen, daß man sich auf ihre Schlauheit verlassenkönne. Während der angebliche Roderigo wieder in seine Gondelstieg, weckte Stefano seine Leute, und als die Gondel in den KanalSan Marco einlies, fielen schon die Segel der Fclucke, und das