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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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überfahren bei den Thürcn des Gefängnisses, der Anschein, daßman sie gefangen halte, ein Schrei konnte einige von den tausendSpionen der Polizei in Bewegung bringen. Daher war das nächsteund wichtigste Geschäft, Annina an irgend einem sicheren Orte untcr-zubringen. Zum Palaste Don Camillo's zurückkchren, hätte geheißen,den Micthlingen des Senats in die Falle laufen. Freilich hatte derNeapolitaner, sich auf seinen Rang und Einfluß stützend, diesenSchritt schon einmal gethan; allein damals lag weniger daran, dasMädchen fest zu halten, da Alles, was sie wußte, ohnehin schon vcr-rathen war, jetzt aber verhielt die Sache sich anders, weil sic denBeamten zur Auffindung der Flüchtlinge zu verhelfen im Stande war.

Die Gondel setzte ihre Fahrt fort. Ein Palast nach dem an-dern blieb zurück, und Annina warf sich ungeduldig in das Fen-ster, um zu sehen, wie weit man gekommen wäre. Da das Bootsich mitten unter den Schiffen im Hafen befand, vermehrte sich ihreUnruhe sichtlich. Unter einem ähnlichen Vorwand, wie zuvor Gcl-somiua, verließ die Tochter des Weinhäudlcrs den Pavillon undstahl sich an die Seite des Gondelicrs.

Ich wünsche sogleich bei dem Wasscrthore vom Palaste desDogen gelandet zu werden," sagte sie, und ließ eine Silbermünzein die Hand des Gondelicrs gleiten.

Ihr sollt bedient werden, Bella Donna. AberOiaiiiinv!ich wundere mich, daß ein so kluges Mädchen die Schätze, die jeneFelucke enthält, nicht wittert."

Meinst du den Sorrentiner?"

Welch' anderer Padrone bringt so blumenreichen Wein nachdem Lido! Sei nicht so ungeduldig, zu landen, Tochter des ehr-lichen alten Maso, und schließe mit dem Schiffer einen Handel,daß wir Leute von den Kanälen etwas zu schmecken bekommen."

Wie, du kennst mich also?"

Die hübsche Wcinhändlerin vom Lido. Oorpo cli Unoeo!Du bist so bekannt bei uns Gondelicren wie der Wasserdamm."