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sie dich abgcschickt, ihm ihren Versteck anzuzeigcn, damit er ihnenzu Hilfe kommen möge."
„Und wcßhalb bist dn hier, Annina?"
„Ich wundere mich, daß du das nicht eher gefragt hast. Gino,Don Camillo's Gondelicr, hat mir lange vergeblich die Cour ge-macht, und als diese Florinde sich beschwerte, daß ich, was dochjedes ehrliche Mädchen in Venedig thun müßte, ihren Betrug beiGericht angezcigt hätte, ricth er seinem Herrn, mich ergreifen zulassen, thcils aus Rache, theils in der eitlen Hoffnung, ich würdemich bewegen lassen, meine Klage zurückznnehmen. Du hast wohlschon gehört von der verwegenen Gewaltthätigkcit dieser Cavaliere,wenn man ihrem Willen entgegen handelt?"
Annina erzählte hierauf mit hinlänglicher Genauigkeit die Um-stände ihrer Gefangennehmung, nur das verheimlichend, was sicnicht, ohne sich zu verrathen, sagen durfte.
„Aber, Annina, cs gibt doch eine Erbin von Ticpolo."
„So gewiß, als es Cousinen gibt wie wir sind. 8nnln Nnckro«iiOio! daß diese verrätherischen, frechen Weiber auf solche Unschuldstoßen mußten, wie du bist! Sie hätten nur in meine Hände kom-men sollen, denn obgleich ich für ihre List auch zu unwissend bin,— die gelobte Santa Anna weiß es — so kenne ich doch schonihren wahren Charakter."
„Sie haben auch von dir gesprochen, Annina!"
Des Wcinhändlers Tochter schoß einen Blick auf ihre Cousine,wie die tückische Schlange auf einen Vogel. Aber sie verlor ihreBesonnenheit nicht und sagte:
„Gewiß nicht zu meinen Gunsten. Es sollte mir leid thun,wenn solche Personen mich lobten!"
„Sic sind deine Freundinnen eben nicht, Annina."
„Sie haben dir vielleicht gesagt, Kind, daß ich im Sold desSenats stände!"
„Das haben sie in der That!"