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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Ich wollte dich nicht so unerträglich kränken," setzte die schlaueTochter des Weinhändlers hinzu.Ader daß wir Beide in demKabinct des galantesten Kavaliers von Venedig uns befinden, istdoch außer allem Zweifel."

Ich habe dir gesagt, daß Mitleid mit einem Andern michhierher geführt hat."

Nun ja, Mitleid mit Don Camillo."

Mit einer edlen Dame einer jungen, tugendhaften, schönenFrau einer Tochter des Hauses Ticpolo bedenke, Annina, desHauscS Tiepolo!"

Wie sollte eine Tiepolo zu den Diensten eines Mädchens ansdem Staatsgefängnisse kommen?"

,Doch! Weil Die droben ungerecht gewesen sind. Die Fischerhaben einen Tumult gemacht, und die Dame mit ihrer Gouvernantesind durch die Aufwiegler befreit worden, und Seine Hoheit hatmit ihnen im großen Hofe gesprochen und auf dem Quai warendie Dalmatier, und da konnte auch das Gcfängniß Damen ihresStandes in so großer Noth zum Zufluchtsort diene»- und dieheilige Kirche selbst hat ihre Liebe gesegnet"

Gelsomina konnte nicht weiter reden: athemlos durch den Eifer,sich zu rechtfertigen, und in die Seele verwundet durch die seltsameVerlegenheit, in die sie gerathen war, schluchzte sie laut. So un-zusammenhängend ihre Rede auch gewesen war, so hatte sie dochgenug gesagt, um Annina die Sache unzweifelhaft zu machen. Sieselbst war ja sowohl mit der geheimen Heirath, als mit dem Auf-stand der Fischer und mit der in der vorigen Nacht erfolgten Ab-fahrt der Damen nach einem Kloster aus einer entfernten Insel, undihrer Entfernung von dort genau bekannt; sie selbst war ja ge-zwungen worden, Don Camillo dorthin zu führen, sobald dieser dieAbreise Derer, welche er suchte, erfahren hatte; bekannt mit diesemAllen begriff die Tochter des Wcinhändlcrs sogleich, nicht blos denAuftrag ihrer Cousine, sondern auch die ganze Lage der Flüchtigen.