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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Ich wünschte wohl, daß ich für die edle Donna Violettaetwas thnn könnte."

Du bist zu jung, gute Gclsomina, und wie ich fürchte, nichtbekannt genug mit venetiauischcr Verschlagenheit."

Deswegen seid unbesorgt, Signora; ich kann in einer gutenSache so gut als ein Anderer meine Schuldigkeit thun."

Wenn cs möglich wäre, Don Camillo Monforte von unsererLage zu unterrichten, aber du hast nicht Erfahrung genug, unsdiesen Dienst zu leisten."

Glaubt das nicht, Signora," fiel Gelsomina ein, deren Stolzals eine neue Triebfeder nun hinzukam zu dem natürlichen Mitge-fühl für ein Frauenzimmer, das fast in einem Alter mit ihr, undderselben Leidenschaft, welche ein weibliches Herz groß macht, un-terworfen.Ich kann wohl fähiger dazu sein, als mein Acußeressollte denken lassen."

Ich will dir vertrauen, gutes Kind, und wenn die heiligeJungfrau uns beschützt, so soll dein Glück nicht vergessen werden."

Die fromme Gclsomina bekreuzte sich. Darauf unterrichtetesie ihre Gefährtinnen von ihrer Absicht, und ging hinein, die nöthi-gcn Vorbereitungen zu machen , während Donna Florinde ein Zet-telcheu schrieb in so vorsichtigen Ausdrücken, daß cs bei einem schlim-men Ausgange nicht zu ihrer Entdeckung führen konnte, aber dochhiureichte, um dem Herzog von St. Agata über ihre gegenwärtigeLage einen Wink zu geben.

In wenigen Minuten kam des Hauswarts Tochter zurück. Ihrgewöhnlicher Anzug, die Tracht einer sittsamen Venetianerin ausdem niederen Stande, machte keine Verkleidung nöthig, ihre Zügeverdeckte die Maske, ein Stück der Kleidung, welches Jedermann indieser Stadt besaß. Donna Florinde gab ihr nun den Zettel, bc-zeichucte die Straße und den Palast, den sie aufzusuchen hatte, sowie die Person des Herzogs von Agata, empfahl ihr nochmals diegrößte Vorsicht und entließ sie.