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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Dreiundzwanzigstes Kapitel.

Wohl einer Dam' in ihrer Jugendblüthe,

Dem letzten Sproß' von jenem edlen Stamm.

Rogcrß.

^Äls die Fischer auf dem Quai landeten, verließen sic die er-oberte Gondel des Staats bis auf den letzten Mann. Donna Vio-lctta und ihre Gouvernante hörten mit Bestürzung, wie ihre Räubersich nach einander lärmend entfernten, denn sie wußten beinahe garnicht, aus welchem Grund man ihnen den Schutz des Vater An-selms entrissen, und was sie zu handelnden Personen in dem unge-wöhnlichen Schauspiel gemacht. Der Mönch hatte ihnen nurgesagt, daß sein Dienst zum Besten eines Tobten verlangt würde,während die Besorgniß, unnöthigcn Schrecken zu erregen, ihn ab-hielt, hinznzufügen, daß sie sich in der Gewalt eines Pöbclhaufcnsbefänden. Donna Florinde jedoch, welche durch die Fenster der Ver-dachung geschaut hatte und aus dem Geschrei ringsumher einenSchluß zog, ahnte die Wahrheit so ziemlich. Es schien ihr das ge-rathenste unter diesen Umständen, sich so viel wie möglich unbemerktzu halten. Als die tiefe Stille, welche der Landung der Aufrührerfolgte, verricth, daß sie allein waren, bemerkte sie und ihr Zöglingdiese günstige Veränderung sogleich.

Sie sind fort/' flüsterte Donna Florinde, mit zurückgehaltenemAthen: horchend, sobald sie gesprochen hatte.

Und die Polizei wird bald hier sein, uns zu suchen!"

Es bedurfte keiner weiteren Erklärung, weil auch Jugend undUnschuld in Venedig argwöhnisch werden mußte. Donna Florindewarf noch einen verstohlenen Blick hinaus.

Sie sind fort, Gott weiß wohin! Laß uns gehen!"

Im Augenblick standen die zitternden Flüchtlinge aufdem Quai.Keine menschliche Gestalt, außer ihren eigenen, war aus der Piazctta.