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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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befriedigen, Zuflucht nehmen. Seid Ihr nicht meiner Meinung,Signore?"

Diese Frage richtete der Senator Soranzo in seiner Unschuldan das unbekannte Mitglied des geheimen Rathes. Dieser schienüberrascht von der Wahrscheinlichkeit der Vermuthung, die sein Ge-fährte aufstellte, begnügte sich aber, seine Anerkennung durch einNicken mit dem Kopse kund zu thuu.

Jacopo! Jacopo! wiederholte eine Stimme nach der anderenim Hausen.Jacopo hat's gcthan! Der beste Gondelier inVenedig ist von einem alten Fischer besiegt worden, und nichts alsBlut konnte die Schande auswischen!"

Es soll untersucht werden, meine Kinder, und die Gerechtig-keit soll ihren Gang gehen," sagte der Doge, indem er sich anschickte,sich zurückzuziehen.Leute," sich an einige Beamten wendend,be-zahlet Messen, daß die Seele des unglücklichen Mannes zum minde-sten nicht dabei leide. Ehrwürdiger Karmeliter, deiner Sorgfaltvertraue ich den Leichnam an, und du kannst keinen bessern Dienstverrichten, als die Nacht über bei demselben zu beten."

Tausend Mühen werden geschwenkt, den Beifall, den diesergnädige Befehl fand, auszudrücken, und der ganze Haufe standschweigend in Ehrfurcht, als der Fürst mit seinem Gefolge, wie ergekommen war, durch die lange gewölbte Galerie oben sich entfernte.

Ein geheimer Befehl der Inquisition ließ das Anrücken derDalmaticr absagen.

Wenige Minuten später war Alles vorbereitet. Eine Bahre miteinem Zelt darüber ward von der anstoßenden Kathedrale *) her-geholt, und der Leichnam auf dieselbe gelegt. Vater Anselmo ander Spihe, zog die Procesfion durch das Hauptthor des Palastesauf den Platz, die gewöhnliche Andachtabsingend. Beide Plätze,der größere und der kleinere, waren noch menschenleer. Hier und

') Die St. MarcuSkirche wurde, ohne die eigentliche Metropolitankirche desSprengels zu sein, doch in der Regel eine Kathedrale genannt.