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„Tragt eure Forderung dem Senate vor!" erwiederte Jacopo,ohne sich zu bemühen, das Ironische in seinem Tone zu verbergen.
„Glaubst du, daß unser Kamerad wegen der Kühnheit, dieer gestern bewies, bestraft worden?"
„Das wäre nicht das Seltsamste, was sich schon in Venedigzngetragen."
„Ha, sie verbieten uns, im Kanäle Orfano*) das Netz auszu-werfcn, damit die Geheimnisse der Justiz nicht herauskommen, unddoch nehmen sie sich nun schon heraus, einen unserer Leute mittenunter unseren Gondeln zu ersäufen!"
„Gerechtigkeit, Gerechtigkeit!" schrieen zahllose Stimmen biszum Heiserwcrden.
„Fort nach St. Marcus! Legt die Leiche dem Dogen zu Füßen!Fort, Brüder! Sie haben Antouio's Blut auf ihren Seelen!"
Ohne geordneten Plan nur von dem erlittenen Unrecht erfüllt,gaben sie sich nun wieder an's Rudern, und die ganze Flottille fuhrdahin, als bestände sie aus einer zusammenhängenden Masse.
Nur wenige Minuten hatten sie angehalten, doch fehlte eswährend derselben nicht an allen jenen Zeichen der Wuth, die beidiesen reizbaren Menschen einen Volkstumult zu begleiten pflegen.Nicht ohne sichtbare Wirkung blieb dieß aus die Nerven Annina's,und Don Camillo benutzte ihre Angst, um ihr die Wahrheit abzu-trotzen, denn zum Zaudern war nun keine Zeit mehr.
Durch ihre Aussagen bestimmt, ließ Don Camillo, währenddie tobende Menge in die Mündung des großen Kanals einfuhr,seine Gondel quer über die weite ruhige Fläche der Lagunen gleiten.
*) Im Kanal Orfano wurden die geheimen Hinrichtungen vorgenommen. Da-mit nicht etwa die furchtbaren Geheimnisse an den Tag kämen, war das Fischenhier verboten.