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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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haben, daß der Senat die Signora Tiepolo im Gefängniß des hei-ligen Marcus cingeschlossen hat, so bin ich daran nicht schuld."

Fruchtlose List, Annina," erwiederte Don Camillo mit Ruhe.Was du im Gefängniß zu thun hattest, ist mir wohl bekannt;du holtest gewisse Schmuggelwaaren dort ab, die deine Base Gel-somina, des Wärters Tochter, sür dich hatte ausheben müssen, ohnezu wissen, was cs war. Längst schon mißbrauchtest du ihre Unschuldund Unbefangenheit zu deinem eigennützigen schuldigen Zweck.Donna Violetta ist keine gemeine Verbrecherin, daß man sie ineinem Gefängniß einschließen sollte."

Heilige Mutter Gottes!" ries sie voller Erstaunen.

Du siehst, mich kannst du nicht betrügen. Deine Bewegungensind mir hinlänglich bekannt, daß ich durch deine Künste nicht irregeführt werden kann. In der Regel pflegtest du deine Base nichtzu besuchen; doch diesen Abend, als du in den Kanal kamst"

Ein tosender Lärm vom Wasser unterbrach Don Camillo'sWorte. Erschaute hinaus und erblickte einen gedrängten Schwarmvon Booten, sämmtlich als wie mit Einem Ruderschlage der Stadtentgegentreibend. Tausend Stimmen schwirrten durcheinander, vonZeit zu Zeit ein gemeinschaftliches Trauergeschrei erhebend, wasschließen ließ, daß die rudernde Menge von einem und demselben Ge-fühl beseelt war. Der eigenthümliche Austritt und der Umstand, daßdie Hunderte von Booten geradewegs auf seine Gondel lossteuerten,nahmen den Edelmann so in Anspruch, daß er für den Augenblickdas eben vorgenommene Verhör seiner Gefangenen ganz vergaß.

Was ist das, Jacopo?" fragte er leise den Gondelier, der amSteuer stand.

Fischerleute, Signor; und schwerlich auf einer friedlichenFahrt begriffen, wenn ich mich auf ihre Art, sich der Stadt zu nä-hern, gut verstehe. Schon seit der Zeit, daß der Doge sich gewei-gert hat, den Knaben ihres Kameraden von den Galeeren zu be-freien, herrscht Unzufriedenheit unter ihnen."

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