322
seitwärts auf's Wasser und bemerkte, daß das Boot den Kanal schonhinter sich hatte und sich den Lagunen näherte. Völlig in der Ge-walt Don Camillo's, suhlte sie wohl, daß ihr längeres Ausweichennichts helfen würde.
„Daß der Rath in Erfahrung zu bringen gewußt habe, daßSie mit Donna Violetta ans der Stadt entfliehen wollten, dashaben Ew. Herrlichkeit sich wohl selbst schon gedacht."
„Versteht sich."
„Mir ist's unerklärlich, zu errathen, warum man gerade michzur Dienerin der edlen Donna ansersah. Heilige Maria von Loretto!ich bin nicht die Person, an die sich der Staat zu wenden hat, wenner zwei Liebende auseinander bringen will!"
„Jetzt ist die Gondel außerhalb der Stadt, Annina, und nunist's aus mit meiner Geduld. Weg mit deinen Ausflüchten, herausmit der Sprache! Wo hast du meine Frau gelassen?"
„Glauben denn Ew. Herrlichkeit, daß der Staat Jhre Hcirathfür gesetzmäßig anerkennen werde?"
„Antwort, Dirne, oder ich finde Mittel, sie dir abzuzwingen.Wo hast du meine Frau gelassen?"
„Gebencdcitcr San Theodors! Signor, die Handlanger derRepublik bedurften meiner Hilfe nicht; bei der ersten Brücke, durchdie wir kamen, setzten sie mich aus."
„Dein Streben, mich zu täuschen, ist vergeblich. Du warst nochin später Stunde aus den Lagunen, und als du von dem Boote derDonna Violetta zurückkamst, gegen Sonnenuntergang, warst du imSt. Marcusgefängnissc zu Besuche, das weiß ich."
Annina erstaunte nun wirklich.
„Suntissimu Nariu! Sie sind besser bedient, Signor, alsder Rath sich einbildet!"
„Wie du zu deinem Schaden finden sollst, wenn du nicht dieganze Wahrheit gestehst. Aus welchem Kloster kamst du?"
„Signore, aus keinem. Wenn Ew. Herrlichkeit herausgebracht