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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
Entstehung
Seite
320
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gereift. Wenn die Leute das Weinchcn deinem Feinde, dem altenBeppo, Zuschlägen, wird dein Vater untröstlich darüber sein."

Annina, die zu keiner Zeit ihren Vortheil aus dem Auge ver-lor , blickte jetzt das Boot lange an. Das Zelt war zu, allein ihreeinmal in Gang gesetzte Einbildungskraft füllte ohne Mühe denganzen Raum desselben mit neapolitanischen Schläuchen an.

Kommst du aber auch nicht wieder vor unsere Hausthür, Gino?"

Das soll von dir abhängen. Jetzt komm' nur mit hinab undkoste."

Sie zauderte und that, was die Frauen stets thun, wenn siezaudern sie willigte ein. Schnell war das Boot erreicht, dieLeute lungerten noch auf ihren Ruderbänken, aber Annina glirt, ohnesie anzusehen, bei ihnen vorbei in das Zelt. Jedoch statt Schläuchenund Gepäcks, wie in einem dein Schmuggelhandel gewidmeten Fahr-zeuge, fand sie hier die gewöhnliche Einrichtung einer Kanalbarke,Polster und darauf einen fünften Gondelier ausgeftreckt.

Hier seh' ich nichts, was mich anginge!" riefdie Getäuschte.Wollen Sie etwas von mir, Signor?"

Willkommen. Dießmal trennen wir uns nicht so bald wieder."

Der Fremde war beim Sprechen aufgestanden, und legte mitdem letzten Worte die Hand auf die Schulter des Mädchens, welchesich keinem Andern gegenüber sah als dem Don Camillo Monforte.

Annina war in Vcrstellungskünsten zu geübt, um ein Zeichenwirklichen oder geheuchelten Schreckens zu vcrrathen. Ihre Gliederbebten zwar, aber mit voller Gewalt über ihre Züge und mit er-künstelter Heiterkeit sagte sie:

Viel Ehre für den Schleichhandel, den edlen Herzog von St.Agata in seinen Diensten zu haben!"

Ich bin zum Scherz nicht aufgelegt, Dirne, wie du sehensollst. Wähle: offenherziges Bekenntniß, oder meinen gerechtenZorn."

Diese Worte wurden mit Ruhe gesprochen, doch so, daß Annina