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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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lange, so wird er mit Schande die Stadt räumen müssen, und seinesämmtlichcu Diener mit ihm. Ich aber ziehe es vor, in der Stadtzu bleiben, wo ich geboren bin."

Der Gondelier lachte hell auf, denn ihn rührte ihre angenom-mene Verachtung in der That sehr wenig. Doch schnell erinnerteer sich seines Auftrags wieder, gewann den vorigen Ernst, und ver-suchte nun durch eiu angelegentlicheres Benehmen des Unwillensseiner wankelmüthigen Gebieterin Meister zu werden.

Behüte mich der heilige Marcus, Annina! warum sollten wirnicht ein Geschäft in Wein abmachen können, wenn wir auch nichtbestimmt sind, zusammen vor dem guten Prior hinzuknieen. Ichwinde mich durch die dunkeln Kanäle bis Steinwurssweite von dei-ner Thür, und führe dir eine Gondel voll alten luor^mus clui8lizu, wie der ehrliche Tommaso, dein Vater, ihn selten noch zu kaufenbekommen, und du behandelst mich wie einen Hund, wenn er einerKirche zu nahe kommt."

Ich habe diesen Abend weder für dich, noch deine WeineZeit übrig. Ohne dein Geschwätz wäre ich nun schon fort undguter Dinge."

Schließ' du nur die Thüre zu, Mädchen, brauchst mit einemalten Freund keine Umstände zu machen." Dabei bot er ihr dienst-fertig seine Hilfe beim Verschließen an, was sie denn auch bereit-willig zugab, so daß das Haus bald iu Sicherheit und die Eigen-sinnige mit ihrem Bewerber im Freien war. Ihr Weg führte überdie schon erwähnte Brücke, Gino wies auf die Gondel hin mit denWorten:So fühlst du denn gär keine Versuchung, Annina?"

Deine Unvorsichtigkeit, die Schmuggler bis vor meines Va-ters Hausthür zu bringen, stürzt uns noch in's Unglück, albernerKnabe."

Du irrst, gerade diese Kühnheit schläfert allen Verdacht ein."

Von welchem Weinberg ist das Getränk?"

Vom Fuße des Vesuv, die Beeren hat die Hitze des Vulkans