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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Pisch.Dank sei dem heiligen Theodore, daß ich noch nicht dieSklavin des Bedienten eines Neapolitaners bin."

Der Neapolitaner ist ein mächtiger Herr, Annina, der denWillen und die Gewalt hat, seinen Dienern Achtung zu sichern."

Es wird sich zeigen, was er mit seiner Gewalt auszurichtenvermag. Doch was willst du von mir in dieser unzeitigen Stunde?Wisse, Gino, daß ich mir aus deinen Besuchen überhaupt nichtviel mache, wenn sie mich aber vollends in meinen Geschäften stö-ren, so sind sie mir geradezu unangenehm."

Wäre die Leidenschaft des Goudeliers ernstlicher Art gewesen,so würde solche unumwundene Sprache ihn gekränkt haben, alleiner empfing die Zurückweisung mit derselben Gleichgültigkeit, mitder sie gegeben wurde.

An deine Launen, Ninchen, bin ich schon gewöhnt," sagteer, und warf sich auf eine Bank, entschlossen, nicht zu weichen.Gewiß hat ein junger Patricier dir einen Handkuß zugeworfen,oder dein Vater hat heute ein gutes Geschäftchen gemacht: seineBörse und dein Stolz halten ja immer gleichen Schritt."

Ei, hör' Einer den Burschen! sollte man nicht glauben, ichhätte ihm schon mein Jawort gegeben, und es fehlte weiter nichts,als die Kerzen in der Sakristei anzuzünden, um die Trauung zuvollziehen! Was habe ich nach dir zu fragen, Gino Monaldini,daß du dir mit einem Male dergleichen herausnimmst?"

Und was habe ich nach dir zu fragen, Annina, daß duden Vertrauten des Don Camillo mit diesen abgenutzten Kunst-stückchen Hinhalten willst?"

Fort, Unverschämter! ich mag meine Zeit nicht an dich ver-schwenden."

Bist diesen Abend gewaltig eilig, Annina."

Deiner los zu werden. Merk' dir wohl, was ich dir jetztsage, Gino, denn es sind die letzten Worte, die du von mir zuhören bekommst. Mit deinem Herrn ist's bald zu Ende; nicht