„Ein Wort in Freundschaft und Vertrauen. — Du leihestGelder auf Wucherzinsen aus, nicht wahr?"
„Diese Frage wäre in der Schatzkammer der Republik eher amrechten Ort! Ich habe viele Steine, die weit unter ihrem Ka-ratgewicht taxirt find, und lieb wär's mir, könnte ich sie bei Je-mand unterbringeu, der besser im Stande ist, als ich, sie zu be-halten. "
„Nein, das hilft dir nichts — man weiß recht gut, daß duZechinen hast, die Hülle und Fülle; ein reicher Jude aber sagtnicht Nein, wenn cs gilt, sein Geld auf Hypotheken auzulegen, dieso sicher sind, wie Venedigs Gesetze. Tausend Dukaten in deinerbereitwilligen Hand ist keine Seltenheit."
„Die mich reich nennen, Signor Maske, belieben ihren Spottzu treiben mit dem unglücklichen Sohn eines verfolgten Volkes.Daß ich vor Mangel geschützt, daß ich sogar nicht geradezu dürftigbin, ist vielleicht nicht unwahr; wenn man aber von tausend Du-katen spricht, so sind das Dinge, zu gewichtig für meine belastetenSchultern. Geruhten Sie vielleicht, einen Amethyst oder einenRubin zu kaufen, galanter Signor, so dürsten wir wohl Handelseinig werden."
„Juwelen Hab' ich selber, alter Hebräer, Gold ist's, was ichbrauche, dringend brauche, gleich und ohne viele Worte habenmuß — nenne nur deine Bedingungen."
„Wer so gebieterisch in Geldangelegenheiten spricht, Signor,der muß gute Sicherheiten stellen können."
„Du hast gehört, daß die Gesetze Venedigs nicht sicherer sind.Tausend Zechinen, geschwind! Die Höhe der Wuchcrzinscn setze nachdeinem eigenen Gewissen fest."
Das hieß nun freilich, der Unterhandlung weiten Spielraum ge-ben, und Hosca fing an, die Sache ernstlicher in Erwägung zu ziehen.
„Signor," sagte er, „tausend Dukaten liest man nicht beliebigvom Pflaster des großen Platzes aus. Wer sie darleihen will,