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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Zwanzigstes Kapitel.

Wer noch so stümpert, ist ei» Lehrling nur.

Don Juan.

Äie Stunde war gekommen, wo die Piazza von Herumschwär-mern und die Kanäle von Gondeln zu wimmeln pflegten. Maskenstahlen sich, wie gewöhnlich, längs den Portico's, Gesang und Ge-schrei ließ sich hören; Venedig war wiederum der trügerischeissHci-terkeit hingegeben.

Als Jacopo aus dem Gefängniß auf den Quai herauskam,mischte er sich unter den Menschcnstrom, der nach den Plätzen hin-wogte, durch seine Maske gegen alle Beobachtung gesichert. Wieer über die Brücke des Kanals von St. Marcus kam, blieb er einenAugenblick stehen, um nach der eben verlassenen Galerie hinauf zuschauen, dann zog er weiter mit der Menge, das Bild der kunst-losen und vertrauensvollen Gesstna im tiefsten Herzen bewahrend.Unter den dunkeln Bogen des Broglio suchten seine Blicke DonCamillo. An der Ecke des kleinen Platzes begegneten sie sich, wech-selten geheime Zeichen, und der Bravo entfernte sich unbemerkt.

Hunderte von Böten lagen am Fuß der Piazetta: unter diesensuchte Jacopo sein eigenes, und ruderte es aus der schwimmendenMasse nach dem Stromwasser hin; wenige Ruderschläge, so lag eran der Seite der Bella Sorrentina. Der Schiffer schritt das Ver-deck auf und ab, mit italienischer Indolenz der frischen Abendluftgenießend, während sein Schiffsvolk am Vordertheil der Feluckegruppirt, ein calabrisches Schiffcrlicd sang. Die Begrüßung wargutherzig, aber kurz, wie sie unter Männern dieser Klasse gebräuch-lich ist. Aber der Padrone schien den Besuch zu erwarten, denn erführte seinen Gast fern von den Ohren seiner Leute, an's andereEnde der Felucke.

Hast du was Besonderes, guter Roderigo!" fragte der See-